Netflix testet Werbung zwischen Serienepisoden

Dafür gibt es im Netz heftige Kritik.

Das Beste am Netflixen? Na, keine Werbung.

Foto: Alexander Heinl / dpa

Der Streamingdienst Netflix ist unter anderem so beliebt, weil er ganz ohne Werbung auskommt. Die etwa 130 Millionen Nutzer weltweit können ohne Warten oder Werbeunterbrechung ihre Lieblingsserien und Filme streamen und ganze Staffeln am Stück anschauen. Dass dabei zwischendurch keine Werbung nervt, ist einer der größten Vorteile gegenüber dem Fernsehen.

Jetzt hat Netflix aber erstmals Werbeunterbrechungen zwischen einzelnen Episoden eingeführt. Statt nach dem Ende einer Folge zur nächsten zu springen, erscheint jetzt eine Meldung: „Es geht gleich weiter...“ und die Nutzer bekommen einen Trailer für eine neue Serie zu sehen. Hierbei handelt es sich erstmal nur um einen Test. Mit diesen Trailern will das Unternehmen die eigenen Kunden auf Neuerscheinungen aufmerksam machen und die Programmübersicht erleichtern. „Wir testen, ob das Anbieten von Empfehlungen zwischen Episoden den Mitgliedern hilft, schneller Geschichten zu entdecken, die sie interessieren“, teilte Netflix dem Technologie-Blog ars technica mit.

Nutzer reagieren verärgert

In welchen Ländern und wie vielen Nutzer diese Werbung angezeigt wird, ist nicht bekannt. Netflix hat auf eine Anfrage von jetzt dazu bisher noch nicht reagiert. Laut Focus Online sind wohl Nutzer auf der ganzen Welt betroffen, auch in Deutschland

Die neue Eigenwerbung hat im Netz aber bereits zu heftiger Kritik geführt, manche Nutzer drohten sogar mit Kündigung ihres Abos.

Viele lassen unter dem Hashtag #NoAdsOnNetflix ihrer Enttäuschung freien Lauf:

Netflix will Kundenreaktionen auswerten

Wie lange der Test dauern soll, ist nicht klar. Die Reaktionen auf Twitter sind verständlich, schließlich zahlen die Kunden Geld für den Streamingdienst, damit sie werbefrei Serien und Filme schauen können. Allerdings könne man die Werbung auch überspringen, sagt das Unternehmen.

Netflix will die Reaktionen nun auswerten. Sollten tatsächlich Kunden ihr Abo kündigen, müsste Netflix wohl umdenken, denn um permanent neue Filme und Serien anbieten zu können, rechnet das Unternehmen in diesem Jahr mit Ausgaben von etwa 6,9 Milliarden Euro. Um das finanzieren und gleichzeitig einen höheren Gewinn erwirtschaften zu können, braucht Netflix neue Abonnenten. In den Monaten April bis Juni konnten knapp viereinhalb Millionen Neukunden weltweit angeworben werden. Netflix bezeichnete das als „ein starkes, aber kein herausragendes Quartal“. Die Wachstumserwartungen wurden mit diesen Zahlen nicht erfüllt. Netflix, das 1997 in Kalifornien als DVD-Versand gegründet wurde, machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,69 Milliarden Dollar.

csö

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