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Neun Fakten zu „Dark“, der ersten deutschen Netflix-Serie

Wer „Stranger Things“ und „Twin Peaks“ mag, sollte sich das nicht entgehen lassen.
Von Maximilian Weigl
  • netflix dark cover
    Foto: Stefan Erhard/dpa

Am 1. Dezember 2017 startet die Serie „Dark“. Es ist die erste Netflix-Serie, die komplett in Deutschland gedreht und produziert wurde.  Wir waren beim Screening in München dabei und konnten vorab die ersten drei Folgen sehen. Und weil wir davon schon recht angetan waren, haben wir dir hier ein paar Fakten zusammengetragen: 

 

1. Die Story

 

spielt im Jahr 2019 in der Kleinstadt Winden. Die Hauptcharaktere stammen aus vier Familien. Die Serie beginnt dramatisch mit einem Selbstmord. Der Vater von Jonas (Louis Hofmann), einem der Hauptcharaktere, hat sich erhängt. Seitdem wird Jonas von Albträumen geplagt. Schnell zeigt sich, dass in der Stadt nichts normal ist. Ein Kind ist verschwunden, die Polizisten Ulrich Nielsen (Oliver Masucci) und Charlotte Doppler (Karoline Eichhorn) tappen im Dunkeln. Gefühlt hat der  komplette Rest der Stadt Affären oder betrügt anderweitig. Sogar Windens Umgebung, die Höhlen und Wälder, bergen dunkle Geheimnisse. Nach und nach erfährt man mehr über die vier Familien – bis plötzlich ein weiteres Kind verschwindet und sich jeder fragt, ob das Verschwinden etwas mit Geschehnissen aus dem Jahr 1986 zu tun haben könnte...

 

2. „Dark“ ist ein Genre-Mix, den es so noch nicht gibt

 

Familienabgründe, Zeitreise in die 1980er-Jahre, tote Vögel. Realistischer Schulalltag und eine gespenstische Höhle. Elemente aus Thriller, Horror, Fantasy, Familiendrama und Krimi verbinden sich zu etwas Neuem und machen es schwer, „Dark“ einzuordnen. Für alle, denen das zu vage ist: Freunde von „Twin Peaks“ oder „Stranger Things“ sollten auf jeden Fall mal reinschauen. 

 

3. Der Regen in Winden hört nie auf

 

Es regnet und regnet und regnet in Winden  –  was wiederum eine großartig-bedrückende Atmosphäre erzeugt. Die Macher benutzten dazu riesige Wassertanks, der Aufbau der Anlage dauerte mehrere Stunden pro Drehtag. Für die Schauspieler war das eiskalte Wasser im Winter eine Tortur. Oliver Masucci, der einen Polizisten spielt, steht in einer Szene am Eingang eines Atomkraftwerks und bittet den Chef der Anlage um Einlass, damit er ermitteln kann. Regisseur Baran bo Odar sagt: „Das Aufgewühlte musste er gar nicht mehr spielen, denn er hat nur noch gebibbert und gezittert.“

 

4. Wo liegt die Kleinstadt Winden in Wirklichkeit?

 

Die komplette Serie wurde in einer brandenburgischen Kleinstadt zwanzig Kilometer vor Berlin gedreht. Brandenburg – schaurig genug eigentlich. Doch durch die atmosphärischen Einstellungen, die bedrohliche Schatten, eine vereinsamte Bushaltestelle und alte Holzhäuser zeigen, wird die gruselig-trostlose Kleinstadtstimmung noch verstärkt. 

 

5. Die Serie ist kein platter Gruselschocker, sondern hat Tiefe

 

Die Frage, ob man einen freien Willen hat oder nicht, durchzieht die Serie und verleiht ihr Tiefe. Nicht umsonst beginnt „Dark“ mit einem Zitat von Albert Einstein über die Kreisförmigkeit der Zeit, denn: Es gibt Zeitreisen in „Dark“ (siehe Punkt 6)! Aber auch sehr aktuelle und reale Themen werden in der Serie angerissen: Das riesige Atomkraftwerk in unmittelbarer Nähe zu Winden wirkt bedrohlich, Tiere sterben in seinem Umkreis. Irgendetwas scheint mit dem Reaktor nicht zu stimmen.

 

6. Zeitreisen!

 

In „Dark“ spielen Zeitreisen – über eine Höhle im Wald  – zwischen den Jahren 1953, 1986 und 2019 eine wichtige Rolle. Das bedeutete für den Dreh einen enormen Aufwand, sowohl personell als auch in der Nachbearbeitung. Die Rollen mussten teilweise doppelt besetzt werden, weil die gleichen Charaktere auf mehreren Zeitebenen vorkommen. Das verursachte auch größere Probleme bei der Kontinuität der Story, wie Baran bo Odar erklärt: „Ich habe allein bei 190 Shots nachträglich die Uhren retuschiert, weil die Uhrzeit nicht gestimmt hat. Und wenn man eine Serie mit Zeitreiseelementen macht, dann müssen natürlich die Uhren stimmen.“ 

 

7. Wo die Liebe hinfilmt

 

Der Regisseur der Serie und die Drehbuchautorin Jantje Friese haben bereits gemeinsam den erfolgreichen Kinothriller „Who am I – Kein System ist sicher“ entwickelt. Die beiden sind aber nicht nur beruflich ein eingespieltes Team, sondern auch privat. Sie sind ein Paar. Während der Produktion von „Dark“ blieb die typische Auseinandersetzung Regisseur vs. Drehbuchautor trotzdem nicht aus, wie Baran bo Odar verrät: „ Ich bin der typische Regisseur, der sagt 'Das ist ne super Idee, das müssen wir so machen' und meine Frau ist da nüchterner und sagt 'Nein, du willst das doch nur machen, weil du da einen Hubschrauber fliegen kannst'.“

 

8. „Dark“ ist wie ein klassischer Autoren-Film

 

Netflix wollte zwar anfangs, dass Baran bo Odar und Jantje Friese ihren Hackerfilm „Who am I – Kein System ist sicher“ zu einer Serie ausbauen. Als sie das ablehnten, habe Netflix das akzeptiert – und ihnen für ihre eigene Idee nur eine größere Vorgabe gemacht: Zehn Folgen müssen es sein. Ansonsten hätten die Macher „absolute Freiheit“ gehabt, sagt der Regisseur. Selbst beim Drehbuch soll Netflix nur unverbindliche Verbesserungsvorschläge gemacht haben. Das Filmemacher-Paar hatte das letzte Wort. Das führte vielleicht auch dazu, dass „Dark“ eben keine Stangenware ist, die auf den Massengeschmack zugeschnitten wurde. Jantje Friese und Baran bo Odar sind überzeugt, dass gute Serien eine Nische bedienen sollten.

 

9. Am 1. Dezember startet die Serie

 

Am Freitag startet die Serie auf Netflix. Ob es eine zweite Staffel geben wird, liegt wie immer am Zuschauer. Beim Screening in München hat Regisseur Baran bo Odar aber schon verraten, dass die erste Staffel kein abgeschlossenes Ende hat und das Team für den Fall einer zweiten Staffel bereits einige Ideen hat.

 

 

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