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Tino Krause, 28, aus der Kleinstadt Taucha im Norden Sachsens, war eigentlich KFZ-Mechaniker. Irgendwann merkte er aber, dass dieser Beruf nicht seine Berufung ist. Deswegen hat er sich entschlossen, seinen Körper zu verkaufen. Also, zumindest große Teile davon. Auf tattoo-ads.com stellt er die Haut seines Oberkörpers zur Verfügung und bietet interessierten Firmen an, sich deren Logo zu stechen lassen. Als Tattoo, für den Rest seines Lebens sichtbar. Sein Ziel sei es schon immer gewesen, "etwas Eigenes zu erschaffen, um verschiedene Firmen einzigartig, erfolgreich zu präsentieren", schreibt Krause auf seiner Homepage. Und wir fragen uns (und ihn): Wtf?

jetzt: Tino, die Frage muss erlaubt sein: Ist die Tattoo-Idee dein voller Ernst?

Tino Krause: Ja, das ist mein voller Ernst. Ich habe mir das Projekt sehr lange durch den Kopf gehen lassen und genau überlegt, ob ich das machen soll oder nicht. Das ist ja eine große Sache, gerade, weil ich noch gar kein Tattoo habe. Die Idee entstand, weil ich mir schon lange eines stechen lassen will, aber nicht genau wusste, welches Motiv. Da kam mir die Idee, dass ich das ja vermarkten könnte.

Wie soll das genau funktionieren?

Ein Tattoo wird 3,5 mal 2,5 Zentimeter groß sein. Ich werde mir auf Brust, Rücken, Hals, Ober- und Unterarmen Tattoos mit den Logos von Firmen stechen lassen. Wenn die eine größere Präsenz auf meinem Körper haben wollen, können sie auch mehrere Parts auf einmal kaufen, so dass das Logo größer wird.

Und wie viel kostet das die Firma?

Den genauen Preis will und kann ich nicht nennen – das ist auch Verhandlungssache, jetzt am Anfang kann man da noch das ein oder andere Schnäppchen machen. Aber der Preis pro Part wird sich im mittleren vierstelligen Bereich bewegen. Aber da steckt ja noch viel mehr dahinter!

Was denn?

Meine Arbeit hört nicht mit dem Tattoo auf. Ich biete Werbung und Präsenz für meine Kunden. Ich werde auf Facebook- und Instagram-Posts die Firmen verlinken, ich werde entsprechend bekleidet an öffentlichen Terminen teilnehmen und so versuchen, meine Kunden bestmöglich zu vermarkten. Bei meinem ersten Tattoo-Termin wird es auch Live-Videos auf Facebook geben, auf meiner Website tattoo-ads.com wird über jedes Unternehmen ein Bericht erscheinen. Und wenn alles klappt, werde ich Fernseh-Auftritte haben, bei denen ich den Firmen eine Plattform gebe.

Alles klar, aber was bringt diese Aktion dir?

Ich werde eine lebende Litfaßsäule. Ein exklusiver Werbeträger also.

Was sagen deine Freunde und Familie zu deiner Idee?

Die waren natürlich erst einmal geschockt und einige haben auch gefragt, ob das mein voller Ernst sei.

Verstehst du die Bedenken?

Ja na klar, viele haben zum Beispiel gesagt: „Oh nein, warum machst du das? Du hast doch so einen schönen Körper!“ Aber es ist am Ende doch meine Entscheidung und es gibt genügend Leute, die tätowiert sind. Ich finde, es macht keinen großen Unterschied, ob man einen Totenkopf oder ein Firmenlogo auf der Brust hat.

Gibt es denn schon Anfragen?

Ja, es sind schon einige gekommen, die aber müssen teilweise noch abgestimmt werden. Aber einige Tattoos sind auch schon fix ausgemacht.

Und gibt’s auch Firmen, deren Logo du dir nicht stechen lassen würdest?

Ich würde mir auf keinen Fall etwas Pornografisches tätowieren lassen und auch nichts, was mir nicht gefällt. Deshalb gibt es ja auch ein Auswahlverfahren. Ich nehme nur Logos, die zu mir passen.

Und wann geht’s los?

Am 11. April habe ich meinen ersten Termin beim Tätowierer. 

Und was andere so mit ihrem Körper machen: