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Illustration: Daniela Rudolf/Unsplash

Liebe Mädchen,

ihr habt es bestimmt schon mal von uns gehört: „Na, wie war ich?” Eine fürchterliche Frage, weil so plump. Das wissen wir, deshalb formulieren wir sie öfter auch mal um. Aber im Grunde wollen wir genau das wissen: Wie sind unsere Sex-Skills?

Darum würden wir in den Momenten, in denen wir erschöpft und hoffentlich glücklich nebeneinander auf die Decke plumpsen, manchmal am liebsten ein Klemmbrett hervorholen und einen kurzen Fragebogen mit euch abarbeiten. Hattet ihr Spaß? Sollen wir dieses oder jenes öfter machen? Fragen über Fragen. So detailliert stellen wir sie aber natürlich nicht immer – um nicht zu nerven. Aber auch aus Angst vor schlechtem Feedback. Könnte ja sein, dass es doch nicht jedes Mal „der beste Sex ever” war.  

Von euch hören wie die Frage „Na wie war ich?“ aber irgendwie selten bis nie. Warum eigentlich? Ist es euch egal? Oder wisst ihr immer, wie ihr wart? Weil ihr unseren Orgasmus in Form eines Samenergusses ja immer sehen könnt, und euch das dann als Bestätigung reicht.

Oder denkt ihr sehr wohl viel über eure eigenen Sex-Skills nach? Wem wollt ihr es dabei mehr recht machen: euch selbst oder uns? Tut auch ihr im Bett Dinge, um „abzuliefern” und nicht, weil sie euch gefallen? Zum Beispiel deshalb, weil ihr uns imponieren wollt und denkt, dass ihr uns sonst im Bett nicht genügt? Erklärt doch mal.

Eure Jungs

maedchen

Liebe Jungs,

grundsätzlich und in aller Kürze geantwortet: Es ist uns sehr wichtig, gut im Bett zu sein! Auch wenn schon ziemlich extrem klingt, was ihr da beschreibt, würden wir sogar behaupten: es ist uns mindestens so wichtig wie euch.

Besonders in der Zeit, in der wir noch ganz am Anfang sind. In der wir Sex nur aus Erzählungen und den Medien kennen, denken, man müsse dafür ein Talent und besondere körperliche Merkmale haben. Da haben wir wirklich tierische Angst, es euch nicht recht machen zu können. Das Gut-im-Bett-sein ist dann auch unser einziger Fokus beim Sex. Es geht uns zunächst nicht darum, selbst sexuell befriedigt zu werden, sondern darum, uns nicht vor euch zu blamieren. Gerade dann machen wir vieles, weil wir glauben, das gehöre dazu.

Das liegt auch daran, dass wir unsere ersten Male oft mit älteren Jungs haben. Die entweder A) schon wissen, was sie wollen oder B) schon so viele Pornos gesehen haben, dass sie glauben, schon zu wissen, was sie wollen. Die lassen uns dann manchmal glauben, es sei von höchster Bedeutung, mit viel Saugkraft und Zungenwirbel zu blasen. Oder dass ein guter Handjob immer ein gewisses Tempo erfordert und dass exotische Stellungen wichtig für die Abwechslung im Bett seien.

Der erste Orgasmus ändert alles

Mindestens am Anfang ihrer Karriere hat fast jede von uns also mal etwas beim Sex getan, das ihr selbst eher keinen Spaß gemacht hat. Oft ist das aber gar nicht schlimm, vorausgesetzt es ist freiwillig passiert. Man muss Dinge schließlich ausprobieren, um zu wissen, ob man sie gut findet.

Und da sind wir bei der nächsten Evolutionsstufe: Irgendwann checken wir nämlich, dass Sex auch uns richtig gut tun kann – und wie wir da selbst nachhelfen können. Spätestens wenn wir dadurch das erste Mal gekommen sind, wollen wir das wieder und wieder und wieder. Der erste Orgasmus ändert also alles: Ab diesem Zeitpunkt heißt „gut im Bett sein“, nicht nur euch, sondern auch uns glücklich zu machen. Und so beispielsweise auch mal eine Stellung einzufordern, die ihm zwar weniger Spaß macht, für uns aber zielführend ist.

Was von beidem der jeweiligen Frau dann wichtiger ist, ist wieder mal vollkommen typabhängig. Während einige ab da vor allem auf ihre eigenen Bedürfnisse eingehen, sehen andere eure Bewertung trotzdem noch immer als Prio Nummer eins. Sie können verkraften, wenn ihr eigener Orgasmus ausbleibt, solange eurer schön heftig ist.

Der Performance-Druck wird irgendwann leichter

Schließlich hat eure Erregung ja auch durchaus Auswirkungen auf unsere: Es macht uns an, wenn ihr Spaß mit uns habt. Warum sollten wir dafür dann nicht ein bisschen Einsatz zeigen? Irgendwann geht das ja auch wie von selbst. Vor allem, wenn wir fest mit euch zusammen sind und offen über alles reden können.

Das tun wir nämlich sehr wohl. Ihr merkt es aber offensichtlich nicht so richtig. Wahrscheinlich weil wir da subtiler vorgehen, als plump „Na wie war ich?“ zu fragen. Stattdessen stellen wir die Klemmbrettfragen. Aber eben ohne Klemmbrett, und nur vereinzelt: „War das grade gut für dich?“ oder „Soll ich das von eben noch öfter so machen?“

Der Performance-Druck wird so also irgendwann leichter, wenn man sich selbst und seinem Sexpartner mehr vertrauen kann und sich sicher bei dem ist, was man tut.

Bei One Night Stands erreicht die Bedeutung unserer Sexperformance ihren Peak

Höher kann der Perfomancedruck allerdings trotzdem wieder werden. Und zwar meistens nach einer Trennung. Wenn unser Selbstwertgefühl so richtig schön am Boden ist. Wenn wir uns selbst erstmal beweisen müssen, dass erstens das Scheitern der Beziehung nichts mit der „Qualität“ unserer Person zu tun hat. Und wir zweitens noch immer genauso begehrenswert sind wie vor der Beziehung.

Bei One Night Stands erreicht die Bedeutung unserer eigenen Sexperformance dann in der Regel ihren Peak. Der Typ hat ja nur wenig Anhaltspunkte, um sich ein Bild von uns zu machen – und wir keine Ahnung, was der eigentlich mag, was ihn heiß macht. Wir sind uns dann teilweise wieder ähnlich unsicher mit unseren Sex-Skills, wie ihr sagt, wie damals.

Aber auch das fängt sich mit der Zeit – denn wir merken schnell: Ihr habt ja das gleiche Problem. Wann immer es nämlich nicht klappt im Bett, zweifelt jeder an sich selbst. Wir an uns, wenn ihr nicht begeistert seid. Und ihr an euch, wenn wir nicht begeistert sind. Und wer wirklich Durchblick hat, merkt doch sowieso irgendwann: Es hängt nie an nur einem Partner, wie gut der Sex ist. Sondern immer an der Chemie zwischen beiden. Wenn die passt, dann braucht man sich ja gar keine Sorgen zu machen. Dann ist es einfach wichtig, im Bett zu sein.

Eure Mädchen

Was sich die Jungs sonst noch fragen: