„Mit 18 hatte ich Millionen, aber kam nicht in der echten Welt klar“

Warum werden Kinderstars oft zu kaputten Erwachsenen? Justin Bieber will das auf Instagram erklären.

Justin Bieber hat sich seit 2010 optisch weniger verändert als charakterlich.

Fotos: Rolf Vennenbernd/dpa; Paul Muck/dpa

Der heute 25-jährige Justin Bieber ist spätestens seit dem Jahr 2010 ein weltbekannter Sänger. Damals erschien seine Single „Baby“, vorher war er schon lange erfolgreich auf Youtube. Als Kind und Jugendlichen stilisierten Medien ihn zum hellsten Stern am Popstar-Himmel, als junger Erwachsener wurde er plötzlich zum Raser, Trinker und schlechten Freund. Viele fragten sich: Wie kann ein so niedlicher Junge ein so respektloser Erwachsener werden?

Die Antwort liefert Justin Bieber nun selbst. Für seine knapp 120 Millionen Instagram-Follower*innen hat er einen emotionalen Text geteilt. Darin heißt es, er könne nachvollziehen, wenn so mancher Mensch morgens nicht aus dem Bett käme oder gar nicht mehr weiterleben wolle. Denn auch er habe schwere Zeiten durchmachen müssen, obwohl viele das vielleicht nicht sehen könnten. „Ich habe eine Menge Geld, Klamotten, Autos, Erfolge und Auszeichnungen – und trotzdem war ich nicht erfüllt“, schreibt er.

Bieber führt das darauf zurück, dass er als Kinderstar immensen Druck aushalten musste, obwohl sein Gehirn, seine Emotionen, seine Überzeugungen zum Start seiner Karriere noch nicht fertig entwickelt waren. Es sei einfach alles zu schnell gegangen, zu früh habe er von Millionen von Menschen gehört, wie unglaublich toll er sei. „Irgendwann glaubst du das“, schreibt Bieber.

„Eine starke Aussage, die ich gebraucht habe“

So habe er nie gelernt, Verantwortung zu übernehmen: „Mit 18 hatte ich Millionen, aber kam in der echten Welt nicht klar.“  Mit 19 habe er dann angefangen, heftige Drogen zu nehmen, um mit den „Hochs und Tiefs“ des Starlebens klarzukommen. Er habe sich außerdem respektlos gegenüber Frauen verhalten und all seine Beziehungen missbraucht. Erst seit er seine Frau Hailey vor etwa einem Jahr geheiratet hat, ginge es ihm besser. In der Ehe lerne er, ein guter Mann zu sein.

In den Kommentarspalten feiern seine Fans ihn nun und danken ihm für seine Aufrichtigkeit. Aber auch viele Prominente wie Khloé Kardashian, Noah Cyrus oder Christina Perry sprachen ihre Unterstützung aus. Rapper Sean Kingston nennt Biebers Text „eine starke Aussage, die ich gebraucht habe.“

Tatsächlich ist nicht zu leugnen, dass sich die Karrieren von Kinderstars oft negativ auf ihr späteres Leben auswirken. Die Liste der Beispiele ist lang: Macaulay Culkin („Kevin allein zu Haus“) ist als Erwachsener nur noch für seine Drogeneskapaden bekannt, ähnlich wie Amanda Bynes („She's the Man“) für Autounfälle und Lindsay Lohan („Ein Zwilling kommt selten allein“) für diverse Konflikte mit dem Gesetz. Frühere Disney-Stars wie Demi Levato oder Britney Spears sind außerdem immer wieder in psychiatrischer Behandlung.

lath

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