Wie sehe ich auf Fotos gut aus?

Auf Bildern halbwegs vernünftig aussehen - für viele ein Ding der Unmöglichkeit. Dabei gibt es gute und wirksame Tricks! Das Lexikon des guten Lebens erklärt dir, was wirklich hilft, um peinliche Bilder zu vermeiden.
Von Anne Kratzer
Foto: Shuwal | Leuchtspur.at / photocase.de

Das schlimmste am Tag nach einer Party ist für mich keineswegs der Kater. Viel furchtbarer ist der Moment, in dem ich Fotos vom Vorabend sehe. Meine Augen sind halb zu, das Lachen hängt schief, das Gesicht ist komisch gerötet. Die schöne Erinnerung weicht der Erkenntnis: Objektiv gesehen war das alles eher unschön. Aber was kann ich dagegen tun?

Bei Germany's Next Topmodel gab jemand neulich den Tipp, vor der Kamera die Zunge an den Gaumen zu drücken. Dadurch seien die Wangen angespannt und die Gesichtskonturen besser sichtbar. Solche Model-Tipps brauche ich aber gar nicht, vielmehr will ich wissen: Wie vermeidet man, total bekloppt auszusehen?

Sophie, 24, modelt seit sie 17 ist, sie war im vergangenen Jahr bei Heidis Casting-Show Kandidatin und stieg freiwillig aus. Sie ist also vom Fach und hat uns Alltagstipps fürs Fotografiertwerden verraten. Die meisten davon gelten für Männer und Frauen.

„Schultern zurück, den Hals lang machen, den Kopf ein bisschen nach vorne“, sagt Sophie - eine gute Haltung sei Grundvoraussetzung für ein gelungenes Porträt. Völlig doof sieht ihrer Meinung nach aus, was viele Fotografen verlangen: ein geneigter Kopf bei ansonsten geradem Oberkörper. „Man kann den ganzen Körper drehen und sich von der Seite fotografieren lassen", sagt Sophie. "Aber nicht sitzen bleiben und nur den Kopf drehen!“  

Wichtig ist es außerdem, die Arme nicht an den Körper zu pressen. „Das sieht immer dick und unförmig aus.“ Stattdessen: locker baumeln lassen. Womit wir beim Thema Problemzonen wären. Wer insgesamt schlanker aussehen will, sollte schwarze Klamotten tragen. Geht es darum, den Bauch kleiner wirken zu lassen, hält man am besten die Luft an. Möchte man den Po optisch verkleinern, stellt man die Füße und Beine eng zusammen.

Auch für den idealen Aufnahmewinkel gibt es Regeln. Von unten fotografiert, wirken die Beine länger, bei einer Frontalaufnahme erscheint der Kopf groß. Was davon aber gut aussieht, ist bei jedem anders. Das Selfie mit der Handykamera etwa vergrößert die Augen - und ist damit hilfreich, wenn man von Haus aus eher kleine hat. Wer aber ohnehin schon große Augen hat, macht sich damit eher lächerlich.

„Das Wichtigste", sagt Sophie deshalb, "ist zu wissen, was an einem schön ist.“ Sie rät, alte Fotos anzusehen und vor dem Spiegel zu posieren. So finde man heraus, was man wie in die Kamera strecken muss, um sich zu gefallen.  

Im Gesicht gilt: freundlich schauen. „Die Mundwinkel etwas nach oben ziehen und die Lippen leicht öffnen.“ Wer einen kleinen Mund hat, sollte ihn etwas mehr schließen, wer einen großen hat, etwas weiter öffnen. Wer es ernst meint und bereit ist, für ein gelungenes Foto auch länger im Bad zu stehen, sollte sich schminken. Und zwar für die Kamera mehr als im richtigen Leben, sagt Sophie. Denn durch das starke Licht beim Fotografieren sieht man schnell blass aus. Damit die Haut nicht glänzt, hilft Puder – übrigens auch bei Männern.  

Am wichtigsten seien jedoch die Augen. Das Foto wirkt am natürlichsten, wenn man in die Kamera schaut. Für alle, die mehr wollen, als nur natürlich und gut auszusehen, hat Model Sophie Spezialtipps: Um eine bestimmte Emotion auszudrücken, sollte man sich diese vorstellen. Dabei hilft es, den Menschen hinter der Kamera als eine Art Spielpartner zu nutzen. „Wenn man sexy sein will, stellt man sich am besten vor, dass man den Fotografen auffressen möchte.“ Dabei sollte man besonders direkt in die Kamera blicken. Ist das Ziel, eher Langeweile auszustrahlen, schaut man über die Kamera hinweg. Wer lässig wirken will, sollte Augenbrauen und Stirn entspannen - wer ein bisschen arrogant aussehen will, muss die Brauen zusammenziehen und das Kinn nach oben zu schieben.

Wenn' s aufreizend sein soll, gilt das Gegenteil: „Kinn runter, so dass man von unten nach oben in die Kamera blickt. Dann einen Lolita-Blick aufsetzen und ein bisschen schmunzeln." Das sollte jedoch nicht tun, wer ein Doppelkinn hat. Um dieses zu vermeiden, hilft nur eines: Das Kinn bei geradem Kopf ein bisschen nach vorne schieben.  

5 Tipps, wie man auf Fotos gut aussieht  

 

  • Vor dem Spiegel üben: Jeder hat schöne und weniger schöne Seiten. Wer weiß, welche das sind, kann sich hübsch inszenieren.
  • Am besten schminken. Für ein Foto immer mehr als fürs normale Leben. Pudern hilft gegen glänzende  Haut – auch bei Männern.
  • Die Schultern zurücknehmen, den Hals lang machen und den Kopf leicht nach vorne schieben.
  • Die Arme immer locker hängen lassen, nicht an den Körper pressen.
  • Mit dem Blick spielen und sich vorstellen, was man ausdrücken möchte. Anne Kratzer, 23, schaut recht fröhlich, während sie sich vorstellt, wie ihr Gesicht wohl aussähe, wenn sie tatsächlich den Fotografen auffressen würde.

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