30-Jähriger muss nach Gerichtsbeschluss von Zuhause ausziehen

Seine Eltern hatten ihn schriftlich zum Auszug aufgefordert und ihm sogar Geld geboten.

Michael Rotondo im Gericht in Syracuse im US-Bundesstaat New York.

Foto: AP

Es muss sehr gemütlich sein im Haus von Michael Rotondos Eltern. Was sonst könnte einen 30-jährigen Mann dazu bringen, seit acht Jahren im Haus seiner Eltern zu verweilen – und nun vor Gericht davor zu kämpfen, nicht ausziehen zu müssen? 

Genau das tat er nämlich, nachdem seine Eltern ihn zum Auszug aus ihrem Haus in Camillus, New York, verklagt hatten. Wie das Nachrichtenportal CNYNews berichtet, hatte das Ehepaar vorher schon alles Erdenkliche versucht: Mehrfach baten die Eltern ihren Sohn, auszuziehen. Die erste schriftliche Aufforderung ist auf den 2. Februar datiert. Darin steht:

„Michael, nach einer Diskussion mit deiner Mutter haben wir entschieden, dass du dieses Haus sofort verlassen musst. Du hast 14 Tage Zeit und wir werden dir nicht erlauben, zurückzukehren. Wir werden alles dafür tun, dass diese Entscheidung umgesetzt wird. Mark und Christina Rotondo“ 

Als Michael sich nach einem zweiten derartigen Schreiben immer noch sträubte, boten sie ihm in einem dritten sogar Geld und Rat an. Sie forderten ihn dazu auf, sich einen Job zu suchen und seine Sachen zu verkaufen. Darunter seien schließlich auch einige teure Waffen. Sein kaputtes Auto sollte er ebenfalls von ihrem Grundstück entfernen. Wenn er allerdings finanzielle Unterstützung für die Reparatur bräuchte, wollten sie ihm aushelfen. 

Nachdem Michael auch nach der vierten und fünften schriftlichen Aufforderung nicht den Willen zeigte, auszuziehen, reichten seine Eltern Klage ein, der Fall wurde national bekannt. 

Sogar die Nachbarn mischten sich öffentlich ein, sprachen beispielsweise mit News8 über ihre Beobachtungen. Die Eltern hätten sich ihren Freiraum verdient, sagten sie. Besonders da der Sohn weder Miete zahle, noch im Haushalt helfe – und sei es auch nur den Müll rauszubringen.

Am Dienstag wurde der 30-Jährige schließlich von Donald Greenwood, dem obersten Richter des Bundesstaates New York, zum sofortigen Auszug verurteilt. Gegenüber der Presse sagte Michael später, diese Entscheidung sei „einfach lächerlich“. Er bräuchte immerhin etwas Zeit, um sich auf die Umstellung vorzubereiten. Er wolle das Urteil deshalb anfechten. 

Mittlerweile dürfte das Leben im Elternhaus bei all den Spannungen allerdings nicht mehr gar so gemütlich sein. Vielleicht wäre es doch bequemer, wenn er endlich ausziehen würde. Eltern, Nachbarn und Medien sind sich zumindest einig: Michael muss endlich erwachsen werden. 

lath

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