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Horror-Date: Die Quasselstrippe

Sie redet und redet und dann explodiert eine Ente. Folge 5 unserer Serie über Dates, die daneben gingen.
  • horror date quasselstrippe cover
    Illustration: jetzt.de

Dating-Situation: spontanes Tinder-Date (ihr erstes, er hatte schon mehrere)

Geschlecht und Alter des Dating-Partners: weiblich, 21 Jahre alt

Horror-Stufe: 5 von 10

Sie hatte mich auf Tinder angeschrieben und wirkte sehr selbstbewusst. Wir haben ein bisschen hin und her geschrieben und uns dann spontan an einer der Isarbrücken verabredet, weil sie gerade mit Freunden dort in der Nähe war. 

Ich bin also hingefahren und habe eine halbe Stunde gewartet, bis sie endlich auftauchte. Sie musste sich nämlich noch Mut antrinken, weil es ihr erstes Tinder-Date war – und sie scheinbar doch nicht so selbstbewusst wie ihre Nachrichten. Dazu kam noch, dass sie überhaupt nicht so aussah wie auf ihren Bildern. Egal, dachte ich mir, ich lerne gerne neue Leute kennen und es kann ja trotzdem ein cooler Abend werden (Spoiler: Wurde es nicht). 

Als die Bahn kam, blieb sie auf dem Bahnsteig sitzen und redete weiter

Wir haben ein bisschen Smalltalk geführt und uns dann entschieden, in die Stadt zu fahren und irgendwo ein Bier zu trinken. Als wir zur U-Bahn runtergingen, hat plötzlich der Mut-antrinken-Alkohol bei ihr seine Wirkung entfaltet: Sie hat angefangen zu reden wie ein Wasserfall – und Zimmerlautstärke war scheinbar ein Fremdwort für sie. Ich habe das über mich ergehen lassen, weil ich schlecht darin bin, solche Situationen frühzeitig zu beenden. Dementsprechend froh war ich, als sie sagte: „Du bist echt ein süßer Typ und ich find dich auch total hübsch, aber ich glaube, das mit uns zwei wird nix, du bist mir irgendwie zu schüchtern“. Ich bin zwar gar nicht schüchtern, sondern einfach nicht laut, und ich rede auch nicht ohne Punkt und Komma, dachte ich mir. Trotzdem war ich froh über diese Ansage, denn ich hätte mich nicht getraut, so ehrlich zu sein.

Dann kam die Bahn – aber meine Dating-Partnerin blieb auf dem Bahnsteig sitzen und redete weiter. „Dann fahren wir wohl mit der nächsten U-Bahn“, dachte ich. Bis sie plötzlich aufsprang und gerade noch so durch die offene Tür in die Bahn schlüpfte. Ich war so schockiert von dieser ruckartigen Aktion, dass ich einfach nur perplex dasaß und ihr dabei zusah, wie sie mit der U-Bahn wegfuhr. 

Das wäre der perfekte Moment gewesen, um die Sache abzuhaken und heimzufahren. Aber nein. Wir haben kurz auf Tinder geschrieben und ausgemacht, dass sie wieder zurückfährt, wir uns im Supermarkt ein Bier holen und zu ihren Freunden an die Isar gehen, die ein Lagerfeuer gemacht hatten.

Einer ihrer Freunde sah aus wie Jack Sparrow, die anderen beiden waren komplett besoffen

Als wir dort ankamen, gab es allerdings kein Lagerfeuer mehr. Sehr wohl konnte man aber die Nachwirkungen erkennen: Einer ihrer Freunde hatte leicht angekokelte Haare, komische Spritzer und kleine Federn am ganzen Körper verteilt. Als wäre das nicht schon seltsam genug, sah er auch noch original aus wie Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“. Nur, dass er nicht genug Bart hatte, und sich mit schwarzer Farbe die Barthaare ein bisschen „verdichtet“ hatte. Die anderen beiden Freunde waren einfach nur komplett besoffen und bekifft. Als wir gefragt haben, was passiert ist, sagte Jack Sparrow, sie hätten am Ufer eine tote Ente gefunden und einer der Vollidioten hätte sie ins Feuer gekickt. Dort ist die Ente dann angeblich explodiert, was Jack Sparrows seltsames Aussehen erklären sollte. 

Ich frage mich immer noch, was zum Teufel an diesem Tag los war. Aber immerhin hatte ich so eine gute Geschichte für alle Tinder-Dates, die danach noch kamen.

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