Ehe für alle, aber nicht überall...

Ehe für alle, aber nicht überall...

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Das Kloster Langwaden im nordrheinwestfälischen Grevenbroich ist als standesamtliche Hochzeitslocation bei Paaren beliebt. Jetzt ist die Eheschließung dort aber nur noch bis zum Jahresende möglich. Der Grund: Der im Kloster ansässige Zisterzienser-Orden ist gegen die vor einem Jahr eingeführte Ehe für alle und möchte nicht, dass gleichgeschlechtliche Paare in ihrem Kloster heiraten. Darum hat die Stadt jetzt entschieden, dass dort niemand mehr heiraten darf. 

Seit dem Jahr 2007 arbeiten das Kloster und die Stadt Grevenbroich in Sachen standesamtliche Eheschließung schon zusammen, wie Bürgermeister Klaus Krützen im Interview mit der Westdeutschen Zeitung erklärt. Durch die Ehe für alle hätte sich jedoch die Ausgangslage geändert und darauf hätten die Mönche hingewiesen. Es folgten viele Briefe und persönliche Gespräche zwischen Stadt und Kloster mit dem Ergebnis, dass die Ansichten doch zu weit auseinandergehen. Der Zisterzienser-Orden sprach sich weiterhin gegen die Ehe für alle aus. Die Stadt hingegen möchte alle gleich behandeln und entschied: Wenn schwule und lesbische Paare nicht im Kloster heiraten dürfen, dann heiratet dort in Zukunft eben keiner mehr.

Die rund 500 Ehen, die jährlich in Grevenbroich geschlossen werden, müssen nun an anderen Orten stattfinden. Zum Glück gibt es in der Stadt weitere Alternativen wie das Schloss Hülchrath oder die Villa Erckens. In diesen Locations kann jeder heiraten, egal, ob gleichgeschlechtlich oder nicht. 

mfry

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