In L.A. eröffnet ein Museum der gebrochenen Herzen

Denn auch gescheiterte Liebe kann wunderschön sein.
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Foto: joto / photocase.de

Es gibt ja genau zwei Arten von beendeten Beziehungen: Die, die man möglichst sofort vergisst, verdrängt, aus seinem imaginären Lebenslauf radiert. Und die, an die man sich erinnert. Weil sie schön waren, nur eben irgendwann zu Ende. Oder weil sie schmerzhaft waren, zumindest das Ende. Ein Geruch, der in der Luft liegt, oder ein Lied, das im Radio läuft, holen die Erinnerung innerhalb eines Augenschlags zurück. Wehren kann man sich dagegen nicht. 

Und dann sind da natürlich noch die Erinnerungsgegenstände. Sachen, die einen mit dem früheren Partner verbinden, die zu schade sind, weggeworfen zu werden, weil sie Geschichten erzählen können. Von Liebe und von Liebe, die zur Gleichgültigkeit wurde. Menschen aus aller Welt haben solche Gegenstände und deren Geschichten nach Los Angeles geschickt. Dort eröffnet im Mai: Das Museum der zerbrochenen Beziehungen.

Haar-Strähnen des Ex, ein Telefon, das jemand vor Wut während eines Streits kaputt geworfen hat oder Papier-Blumen, die eine ziemlich rührende Hintergrundgeschichte haben, gibt es dort zu sehen. 

Dass sich ziemlich viele Menschen für die Liebes-Tragödien fremder Menschen interessieren, beweist das Ur-Museum der gebrochenen Herzen in Zagreb. Das gibt es schon seit 2010, ein kroatisches Pärchen gründete es nach seiner eigenen Trennung und wurde dafür mit dem "Kenneth Hudson Award" als innovativstes Museum Europas ausgezeichnet. John Quinn, der das Museum in LA leiten wird, ließ sich vom Original inspirieren, das er nun in Übersee gründet.

Eine Frau hat zum Beispiel ihr Hochzeitskleid zur Ausstellung gespendet. Eingeknüllt in ein Saure-Gurken-Glas. "Mein Ehemann meinte, er fühle sich eingeengt und dass er mich 'wahrscheinlich' nicht mehr liebt", schreibt die frühere Besitzerin des Glas-Kleides dazu. 

Oder die Peter-Pan-Plüschfigur, die ein Mann schickte. Er hatte sie mit 25 gekauft, schreibt er. Als Erinnerung daran, "immer den kleinen Jungen in mir zu bewahren, wach und lebendig". Als er 50 wurde, wurde ihm klar, dass man nicht für immer jung und hoffnungsvoll bleibt. "Der Junge ist verloren gegangen", schreibt er. 

"In einer Welt, in der unser ganzes Leben immer digitaler abläuft – Unterhaltungen finden per Mail oder Smartphone statt, Fotos werden nicht mehr entwickelt, sondern in der Cloud abgelegt – ist es etwas besonderes, physische Erinnerungen zu sehen", sagte Amanda Vandenberg vom Museum zu Mashable. "Jeder sammelt doch kleine Erinnerungsstücke, die mit dem unvergesslichen Trip verbunden sind, der einmaligen Erfahrung, der Person, die sein Leben verlassen hat."

max

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