Haftstrafe von iranischer Karikaturistin wird verkürzt

Es bleiben 18 Monate – voll von Erniedrigungen, Folter und Jungfräulichkeitstest.
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Illustration: Julia Schubert

Die kann nicht gebrochen werden, schrieben wir vergangenen Oktober über Atena Farghadani. Eine 29 Jahre alte Karikaturistin aus Iran, die wegen ihrer Kritik an der Regierung zu mehr als zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Farghdani war nach Veröffentlichung einer Karikatur, die iranische Parlamentsabgeordnete als Tiere zeigt, im August 2014 das erste Mal festgenommen worden. Zuvor war sie bereits aufgefallen, weil sie für eine Kunstausstellung in Teheran mit Angehörigen von Opfern der Grünen Revolution nach den Präsidentschaftswahlen 2009 gesprochen hatte. Sie trat in Hungerstreik und erlitt einen Herzinfarkt.

Im Gefängnis wurde sie geschlagen, gefoltert und erniedrigt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon berichtete in seinem halbjährlichen Report zur Menschenrechts-Situation im Iran Anfang März, dass Farghadani sich unter anderem Jungfräulichkeitstests unterziehen musste. 

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Illustration: Julia Schubert

Nun scheint sie endlich ihren Kampf gewonnen zu haben. Zumindest ein Teilsieg: Die Organisation Cartoonists Rights International berichtet, Farghadanis Strafe sei von mehr als zwölf Jahren auf 18 Monate reduziert worden. Geschäftsführer Nik Kowsar schreibt: "Atena wurde freigesprochen von dem Vorwurf, die nationale Sicherheit zu untergehen. Ihre dreijährige Strafe bezüglich der Beleidigung des Obersten Führers wurde für vier Jahre ausgesetzt. Ihre neunmonatige Strafe für Beleidigung des Präsidenten wurde in eine Geldstrafe umgewandelt. Die 18 Monate für ‚Propaganda gegen das Regime‘ wurden bestätigt."

max/biaz

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