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Foto: Gian Ehrenzeller / keystone

„Microphone check, one two, what is this / The five foot assassin with the roughneck business“

Diese Zeile ploppt seit Jahren immer wieder in meinem Gehirn auf. Einfach so, ohne besonderen Auslöser, ganz gleich, ob ich auf dem Fahrrad sitze oder in der Bahn, auf einen Berg kraxle oder gerade einschlafen will – sie ist dann einfach da. Gerappt mit dieser etwas zu hohen Stimme, dieser leichten Nachvornegelehntheit, dieser irgendwie aufgeregten Hektik eines jungen Hundes, der sich freut, dass er gleich raus darf und auf der Wiese herumrennen. Manchmal, wenn keiner da ist, wenn die Zeile da ist, kann ich nicht anders, als sie ein paar Mal vor mich hinzusagen.

Heute werde ich das auch ein paar Mal machen. Denn der Five Foot Assassin wird es nie wieder tun. Phife Dawg, oder Malik Isaac Taylor, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, ist tot. US-Rapmedien melden, er sei im Alter von 45 Jahren gestorben, vermutlich an den Folgen seiner Diabetes.

Phive war Teil von A Tribe Called Quest, einer der Neunzigerjahre-Rap-Gruppen, die man unter dem Oberbegriff Native Tongues zusammenfasst. A Tribe Called Quest machten oft gut gelaunten, oft aber auch sozialkritischen Rap mit cleveren Reimen und wahnsinnig guten Samples. Phive war dabei der Gegenpart zu Q-Tip und dessen zurückgelehnter, fast jazziger Rapstimme, das kleine, dicke Energiebündel neben ihm und seiner coolen Art. Zusammen prägten sie damit Generationen von Rappern und Rap-Fans, die nach ihnen kamen. Vielleicht als kleine Einordnung: In der (sehr sehenswerten) Dokumentation über sie, „Beats, Rhymes and Life“, kommt auch Pharrell Williams zu Wort. Der Superproduzent und Hit-Macher der vergangenen Jahre sagt: „Ohne A Tribe Called Quest wären ich und zum Beispiel Kanye West heute nicht hier.“

 

Phife Dawg war schon länger krank, 2008 musste er sich einer Nierentransplantation unterziehen. Das bescherte der eigentlich zerstrittenen Band auch eine kurze Wiedervereinigung: Sie spielten eine Reihe von Konzerten – auch, damit Phive die Behandlungskosten seiner Krankheit zahlen konnte. Das letzte Mal war die Band zusammen vergangenen November zu sehen, als sie in der Tonight Show noch einmal mit „Can I kick it?“ auftraten.

 

Die HipHop-Welt trauert heute um Phife Dawg. Und ich drehe in der Redaktion noch mal meine Lieblingslieder des Tribes auf. Damit ich auch in Zukunft noch oft Phifes Stimme höre. Auf dem Rad, in der Bahn, auf einem Berg oder im Bett. „Microphone check, one two, what is this / The five foot assassin with the roughneck business“