Auf Twitter formiert sich Protest gegen das Abtreibungsverbot in Polen

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Mein Körper. Meine Entscheidung. Ein Piktogram, auf dem ein Uterus dem Betrachter den Mittelfinger entgegenstreckt. Unter dem Hashtag #CzarnyProtest  (schwarzer Protest) formiert sich auf Twitter eine Allianz gegen ein Bürgerbegehren, über das heute das Polnische Parlament abgestimmt hat. 

Sollte der Gesetzesentwurf umgesetzt werden, wäre in Polen Abtreibung unter allen Umständen verboten, auch dann, wenn eine Frau vergewaltigt wurde. Der Gesetzentwurf sieht auch vor, dass Frauen und Ärzte mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden, sollten sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen oder vornehmen lassen. Abtreibung wäre nur noch dann zulässig, wenn für die schwangere Frau Lebensgefahr bestünde. Das Bürgerbegehren wurde von einer Initiative namens „Stoppt Abtreibungen“ initiiert und 400 000 mal unterzeichnet.  

Doch im Netz und auf der Straße formiert sich Widerstand - eine breite Front von Frauen und Männern, die ihre Freiheit und Selbstbestimmung über den eigenen Körper nicht kampflos aufgeben wollen. Um ihrem Protest auch nonverbal Ausdruck zu geben, kleiden sie sich schwarz und kleben sich auf Demonstrationen die Münder mit schwarzem Tape zu. 

Schon heute gilt in Polen eines der strengsten Abtreibungsgesetze Europas: Frauen dürfen nur dann abtreiben, wenn das Kind sehr krank oder behindert ist, das Leben der Mutter in Gefahr ist oder das Kind durch ein Verbrechen oder Inzest gezeugt wurde. Sollte der aktuelle Gesetzentwurf umgesetzt werden, befürchten viele Aktivisten, dass die Zahl der illegalen Abtreibungen in Polen stark zunehmen würde - schon heute wird geschätzt, dass jährlich 100 000 Polinnen illegal Abtreibungen vornehmen lassen. 

chwa 

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