Ein Scheiden-Song gegen Sexismus

Screenshot: Youtube

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Eine Frau erklärt ihren männlichen Kollegen begeistert ein neues Konzept. Die Reaktion: hämisches Lachen und obszöne Bewegungen. Die Frau blickt deprimiert zu Boden: Warum nur klappt es mit der Anerkennung nicht? Ist es, weil sie nicht dem Modelmaß entspricht?

Beim Blick in den Spiegel kommt ihr die Erkenntnis:  „Es liegt an meiner Scheide. Es ist egal wie viel ich leide. Schuld ist meine Scheide.“

Was folgt, ist eine gesungene und sehr trockene und witzige Anklage auf Sexismus und Ungerechtigkeit: Als Frau wird sie nicht ernst genommen, von den Kollegen gemobbt und zur Frustesserin: „Als ich hier anfing war ich noch schlank, doch jetzt esse ich aus Frust, 80 Euro Snackbär-Schulden und das nur seit August.“

Die Frau ist Giulia Becker, eine der weiblichen Mitarbeiterinnen in Jan Böhmermanns Autorenteam für die ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale“. In dem Musikclip, der in der Sendung vom 1. Dezember ausgestrahlt wurde, singt sie von ihren Wünschen: Maschinenbaustudium, Mitglied im Boxclub - alles vergebens, wenn man eine Frau ist. Eine eigene Show im Fernsehen? Ist nicht drin mit einer „empfindlichen Mischhaut“.

Giulia Becker begleitet sich selbst am Flügel, außerdem hat sie Background-Sängerinnen. Bald folgt ihr eine Entourage von aufgebrachten Frauen durch die Straßen, die alle dasselbe Symbol mit ihren Händen formen, das stark an die Merkel-Raute erinnert, natürlich aber etwas anderes darstellen soll: richtig, die Scheide. Deutsche Prominente wie die Sängerin Ina Müller, die Kabarettistin Anette Frier, die Travestiekünstlerin Olivia Jones, die Schauspielerin Nora Tschirner und die Poetry-Slammerin Hazel Brugger sind ebenfalls in kurzen Sequenzen zu sehen: Mit anklagendem Blick zeigen sie das Scheiden-Symbol.

Giulia Becker hat mit ihrem Song einen wunderbar humorvollen und zynisch bissigen Weg gefunden, die Problematik zu thematisieren. 

efri

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