US-Schwimmerin  Katie Ledecky.

US-Schwimmerin Katie Ledecky.

Foto: Lee Jin-man/AP

Ein Hashtag fordert Medien dazu auf, über Sportlerinnen genauso zu berichten wie über Sportler. Nämlich mit Fokus auf ihrer sportlichen Leistung. Klingt eigentlich einfach, scheint aber manchen Menschen ziemlich schwer zu fallen, wie diese kleine Sammlung zeigt:

Eine Überschrift, die man gar nicht weiter kommentieren möchte: 

Über die Rekorde brechende Schwimmerin Katie Ledecky sagte übrigens auch ein Reporter, sie schwimme wie "ein Mann", als er ihre herausragende Dominanz zu erklären versuchte.  

Ein NBC-Kommentator, der für den rekordbrechenden Erfolg einer ungarischen Schwimmerin nur eine Erklärung sah - natürlich ihren Mann und Trainer: 

Die Zeitung Chicago Tribune, die eine Bronze Medaillen-Gewinnerin mit diesen Worten vorstellte:  

Auch immer wieder überraschend: Mansplaning via Twitter. Ein seinem Userbild nach zu urteilen eher gemütlicher Typ erklärt einer Olympionikin noch mal genau, wie man Rad fährt. Könnte ja sein, dass sie das einfach nicht wusste und deshalb verunglückte: 

Die Kampagne "Cover The Athlete" will das ändern. Auslöser für die Gründung des Vereins war für die kanadischen Aktivisten ein Vorfall bei den Australien Open im vergangenen Jahr, als ein Reporter die Tennisspielerin Eugenie Bouchard nach ihrem Sieg über Kiki Bertens aufforderte, in ihrem Outfit eine kleine Pirouette hinzulegen. Anstatt sie über ihre sportliche Leistung auszufragen, was ja eigentlich sein Job gewesen wäre.

Daraufhin bastelten die Aktivisten aus Toronto ein Parodie-Video, in dem sie sich vorstellten, wie männliche Sportler reagieren würden, wenn ihnen dieselben Fragen gestellt würden wie ihren weiblichen Kollegen:

Weibliche Athleten werden überdurchschnittlich oft von Reportern zu Dingen befragt, die mit ihrer sportlichen Leistung nichts zu tun haben: zu ihrem Privatleben oder ihrer Erscheinung. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Eine Studie des Universitätsverlags Cambridge University Press bestätigt die These der kanadischen Aktivisten. In der Studie wurde untersucht, ob über männliche und weibliche Athleten unterschiedlich berichtet wird. Dafür haben die Wissenschaftler Artikel, Tweets und Blogeinträge aus über zehn Jahren analysiert und herausgefunden, dass männliche Sportler dreimal häufiger in einem Sport-Zusammenhang erwähnt werden als weibliche. Diese werden dafür überdurchschnittlich oft in Zusammenhang mit ihrem Alter, Ehestand, oder Aussehen beschrieben. 

#CoverTheAthlete will durch Twitter-Kampagnen ein Bewusstsein für diese sexistische Berichterstattung schaffen und die Medien dazu bringen, ihre Reporter für das Thema zu sensibilisieren.  

 

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