Swag im Hidschab

Eine syrisch-amerikanische Aktivistin rappt über ihre Kopfbedeckung.

Der Song beginnt mit orientalischen Klängen und Vorurteilen. "Wie sehen deine Haare aus?" rappt Mona Haydar. "Ich wette, sie sind schön. Aber lässt dich das Ding nicht schwitzen? Fühlt sich das nicht beengend an?" Mona Haydar ist 28 Jahre alt, eine syrisch-amerikanische Aktivistin, hochschwanger - und jetzt Rapperin. Ihren ersten Song widmet sie, der Beginn lässt es erahnen, ihrem Hidschab. 

Produziert wurde der Song von Tunde Olaniran, die der Rolling Stone als eine von zehn "Artists you need to know 2015" gelistet hatte. Das hört man. Der Track klingt professionell und durchgeplant. "Wir arbeiten daran, eine schönere Welt zu schaffen, von der wir alle wissen, dass sie möglich ist  – eine, die voll von Güte und Mitgefühl ist", sagte Haydar zu mic.com. Und zur BBC: "Das Einzige, was mich interessiert, ist diese Welt freundlicher zu machen. Das ist das Ziel und die Absicht hinter all meiner Arbeit". Gleichzeitig will sie Vorurteile gegenüber ihrem muslimischen Glauben und dem Tragen von Kopftüchern abbauen.

Ihr Vorhaben in einen Rap zu packen, war offensichtlich keine ganz schlechte Idee, denn "Hijabi" wurde auf Youtube und Facebook innerhalb einer Woche mehrere hunderttausend Male geklickt und geteilt. Haydar provoziert gleichzeitig die konservativen Vertreter ihres Glaubens, die Kommentare verfassen a la "Fürchte Allah, niemals hat sich jemand so vulgär mit einem Kopftuch bewegt", doch sie ermutigt eben auch Muslima, sich durch ihren Hidschab nicht in ihrer Denk- oder Verhaltensweise einschränken zu lassen.

"Wer Frauen hasst, wird verbannt", rappt sie. "Bedeckt oder nicht, nehmt uns niemals für selbstverständlich." Und: "Wrap my hijab wrap, wrap my hijab. Keep swaggin my hijabis, swag-swaggin my hijabis."

max

Nicht nur Rapperinnen tragen Hidschab:

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