Neue Strafe für betrunkene Autofahrer: Nickelback hören

Eine Idee eines kanadischen Polizisten, die er schnell bereute.
Bild: rtr / Chris Bolin

Kensington ist ein kleines Städtchen auf der kanadischen Prince Edward-Insel. Keine 2000 Menschen leben in dem Ort, der vor allem für die landwirtschaftlichen Betriebe in der näheren Umgebung bekannt ist. Bis vor kurzem. Bis nämlich der Pressesprecher, der auch den Facebook-Kanal der Polizei in Kensington betreut, eine lustige Idee hatte: 

 Um den Bewohnern seiner Stadt nahezubringen, dass es auch in der Adventszeit nicht nur ausgesprochen gefährlich, sondern auch extrem uncool ist, betrunken Auto zu fahren, drohte er in einem Post auf der Facebook-Seite der örtlichen Polizei an, jeden Alkoholsünder nicht nur mit Fahrverbot, Geld- oder Gefängnisstrafe zu bestrafen, sondern auch auf dem Weg in den Knast mit Songs der kanadischen (und von vielen Menschen aus vollstem Herzen verhassten) Band "Nickelback" zu beschallen: "Zusätzlich zu einer heftigen Strafzahlung, einem Strafverfahren und jahrelangem Fahrverbot, werden wir dir auch noch als Zusatzgeschenk unsere Büro-Nickelback-Kassette auf dem Weg zum Gefängnis vorspielen." 

Nachdem der Facebook-Post allerdings viral ging, und sogar internationale Medien berichteten, löschte der Pressesprecher ihn wieder. Und entschuldigte sich in einem neuen Facebook-Post ausführlichst für den kleinen Witz.  

Der sei nie böse gemeint gewesen, sondern eher dazu gedacht, die sehr wichtige Botschaft auf lockere Art und Weise zu verpacken. Doch dabei habe er nie daran gedacht, dass hinter der Band Nickelback ja auch nur vier ganz normale Typen mit ganz normalen Gefühlen stehen. Und deren Familien.

Er habe eingesehen, dass er als Polizeibeamter nicht gleichzeitig Kindern im Unterricht erklären kann, dass man andere Kinder nicht fertigmachen darf, wenn er sich selbst auf Facebook über eine Band lustig machte. Und deshalb habe er den Post runtergenommen und sich bei allen Beteiligten entschuldigt – und bei den vier Mitgliedern von Nickelback habe er sich sogar persönlich gemeldet und um Verzeihung für diese unüberdachte Aktion gebeten. Ein echter Kanadier eben: stets höflich, immer freundlich und niemals nicht fies zu anderen. 

chwa

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