Eine chinesische Frau steckt einem schwarzen Mann eine Waschmittelkapsel in den Mund, schubst ihn in die Maschine und drückt auf Start.  Nach dem Waschgang hat er auf wundersame Weise weiße Haut und asiatische Gesichtszüge – und die Frau blickt ziemlich zufrieden drein. Dieser Werbeclip könnte, im besten Fall, ein schlechter Scherz sein und irgendeine Auflösung liefern. Liefert er aber nicht, weshalb vielen Zuschauern gerade die Kinnlade herunterklappt.

Es lässt sich zwar nicht ausschließen, dass das Video der chinesischen Firma Qiaobi ein Fake ist – auf deren Webseite ist zumindest das Waschmittel aus dem Clip zu sehen. Und nach Informationen des Blogs Shanghaiist lief der Werbeclip in China im Fernsehen und als Kinowerbung. 

Seit die Waschmittelwerbung vor kurzem auf Youtube nochgeladen wurde, empören sich viele im Netz über solch offen fremdenfeindliche Klischees. Lacher scheint Qiaobi - zumindest im englischsprachigen Internet - nicht viele zu ernten. 

Der vermeintliche Gag ist nicht mal originell. In Italien gab es fast den exakt selben Spot schon einmal. Vor etwa neun Jahren lief dort eine Waschmittelwerbung, in der eine Frau einen schluffigen weißen Mann zu einem muskelbepackten Schwarzen "wäscht" – dasselbe rassistische Motiv, nur eben andersrum. 

Rassistische Vorurteile gegen Schwarze halten sich in China vielerorts, Berichte über Diskrimierungsfälle gibt es immer wieder (hier ein Artikel der Washington Post). Eine Shanghaier Comedy-Truppe hat zu dem Thema vergangenes Jahr dieses Video produziert: 

In China gilt helle Haut als besonders attraktiv: Kosmetika, die aufhellend wirken sollen, sind beliebt, ebenso wie Sonnencreme, um Bräune zu verhindern. Kulturhistoriker erklären das damit, dass Reiche in China früher hellere Haut hatten, einfach, weil sie nicht draußen ackern mussten.  

fran