Obdachlosen-Hilfe mit Jodel

Wie Menschen über den Mitteilungs-Dienst einen Bedürftigen unterstützen.
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Screenshot: Jodel / privat

„Habe ein ernstes Anliegen“ – so beginnt ein Jodel, der in den vergangenen Tagen für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. Nicht, weil er eine lustige oder schadenfrohe Geschichte produzierte, wie es sonst oft der Fall ist. Sondern weil er etliche Menschen berührt hat, die daraufhin viel Hilfe angeboten haben.

Dennis, so heißt der Verfasser des Originaljodels, kommt aus dem Städtchen Ingelheim am Rhein. Zwei Wochen lang hat er in einem Mainzer Krankenhaus gelegen, als er seinen Jodel absetzt. Er habe sich das Zimmer mit einem Obdachlosen geteilt, der eine traurige Geschichte habe, schreibt er. „Da er ehrlich, herzlich ist und keinen Alkohol trinkt, helfe ich.“

Andreas, so heißt der ehrlich-herzliche Abstinenzler, ist 40 Jahre alt und polnischer Staatsbürger. Er hat erst seinen Job, dann seine Wohnung verloren. Weil er ohne das eine nicht das andere findet, steckt Andreas in einem Teufelskreis. Aufgrund seiner Nationalität dürfe er außerdem nicht länger als zwei Wochen in einem Obdachlosenheim bleiben, obwohl er schon lange in Deutschland lebe.

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“Ich wusste, dass ich selbst nicht viel bewirken kann. Wenn aber viele Menschen aus Mainz helfen, können wir Andreas Leben verändern”, sagt er auf der Homepage der App. Nach wenigen Tagen folgen bereits 600 Menschen seinem Aufruf, etliche wollen Andreas unterstützen. Dennis hat zudem eine Spenden- und eine Facebook-Seite eingerichtet und den Hashtag #hilfefürandreas ins Leben gerufen. Mittlerweile habe der obdachlose Andreas erste Job-Angebote und viele andere Spenden erhalten. "Wir haben inzwischen schon eine ganze Wohnungseinrichtung zusammen. Das ist unglaublich”, sagt Dennis.

Nur: Er selbst hat den Hype um sich noch gar nicht mitbekommen.  "Ich habe ihm nur erzählt, dass ich im Internet nach Hilfe gefragt habe”, sagt Dennis. “Davon, dass 600 Jodler hinter ihm stehen, hat er keine Ahnung!”

max

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