Die Nuit Debout in Frankreich eskaliert

Eindrücke von den Unruhen am Rande des Jugendprotests.
Von Sophie Schriever

Bei den Protesten der Jugendbewegung "Nuit Debout" (Nacht, in der wir aufstehen) ist es am Donnerstag in Paris zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Dutzende Jugendliche zogen durch die Straßen um den Platz der Republik und zerstörten Fensterscheiben, beschädigten Autos und Wartehäuschen an Bushaltestellen. Auch ein Büro der französischen Arbeitsagentur wurde angegriffen.

Seit zwei Wochen versammeln sich jeden Abend hunderte bis tausende Franzosen auf dem Platz der Republik, um gegen ein geplantes Arbeitsgesetz zu protestieren, aber auch gegen die gesellschaftliche Situation in Frankreich allgemein. Bisher waren die Proteste friedlich verlaufen. 

Französische Polizisten am Platz der Republik

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Demonstranten tragen einen Verletzten

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Ein Demonstrant liegt nach dem Zusammenstoß mit der Polizei auf dem Boden.

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Die Demonstranten verfolgen Hollandes Äußerungen auf France 2.

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Am Donnerstagabend hatte sich Frankreichs Präsident François Hollande in der Sendung „Dialogues citoyens“ (Bürgerdialoge) den Fragen von vier ausgewählten Franzosen gestellt, darunter einem Teilnehmer von "Nuit Debout". Hollande erklärte in der Sendung, das Gesetztesvorhaben nicht zurückziehen und die geplanten Reformen „bis zum Schluss“ durchführen zu wollen. Die Sendung verfolgten auch viele Demonstranten über Bildschirme am Platz der Republik.

Nach deren Ende machten sich nach Polizeiangaben 300 Demonstranten auf dem Weg zum Elysée-Palast. Die Polizei sperrte die Straße, woraufhin die Demonstranten durch die Straßen der angrenzenden Stadtviertel zogen. Ein Teil der Gruppe zerstörte dabei offenbar Fensterscheiben, Schaufenstervitrinen, Fahrzeuge und Wartehäuschen an Bushaltestellen.

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