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Anthony Scaramucci wird nach zehn Tagen gefeuert – und das Netz ist sehr schadenfroh

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Es ist nicht leicht, mit den Entwicklungen im Weißen Haus Schritt zu halten. Nahezu täglich werden brisante Geheimnisse offenbart, peinliche Affären enthüllt, Intrigen gesponnen, Menschen gefeuert: Die Handlungsstränge bei „Game of Thrones“ erscheinen dagegen so dramaturgisch arm wie eine durchschnittliche „Traumschiff“-Folge.

So richtig zur Sache ging es, als vor zehn Tagen Anthony Scaramucci den Job als Leiter der Kommunikationsabteilung des Weißen Haus übernahm – eine Zeit, die leider viel zu früh ihr Ende fand. Der ehemalige Banker hatte bis dato keinerlei Erfahrung in Kommunikation, allerdings ist er ein großer, wirklich riesengroßer Verehrer des Präsidenten und sieht vor Kameras smarter aus als sein Vorgänger John Spicer, was ihn in Trumps Augen für den Job vermutlich gleich doppelt qualifizierte. 

Und so legte Scaramucci gleich mal los: Nachdem Spicer freiwillig ob Scaramuccis Ernennung gekündigt hatte, sorgte dieser nach einer Reihe von unflätigen Äußerungen für die Entlassung von Stabschef Reince Priebus. Am vielleicht schönsten in den zehn Tagen Scaramucci war ein Telefonat, das dieser mit dem New Yorker-Journalisten Ryan Lizza führte, ohne sich zu versichern, dass das Gespräch „off the records“ bliebe, also nicht veröffentlicht werden dürfte.

In dem Telefonat sprach Scaramucci dermaßen despektierlich über seine Kollegen im Weißen Haus, dass es den meisten Medien unmöglich war, wörtlich aus dem Gespräch zu zitieren, was er über Steve Bannon und Reince Priebus zu sagen hatte. 

Nachdem Donald Trump mit John Kelly gestern dann einen neuen Stabschef ernannte (der ehemalige General war bis dato im Heimatschutzministerium gewesen), war das auch schon wieder das Ende der Ära Scaramucci. Viel zu früh und gleichzeitig eigentlich nicht früh genug und vermutlich eine der lustigsten Episoden in der an interessanten Episoden nicht armen Ära Trump im Weißen Haus. Findet zumindest das halbe Twitter-Universum:  

Auch die Late Night-Shows hatten sehr viel Freude an Scaramuccis Abgang. Stephen Colbert sang für den ehemaligen Hedge Fund-Manager ein herzzerreißendes Abschiedslied auf die Melodie von Queens "Mama":

Trevor Noah  von der Daily Show war extrem frustriert über das viel zu frühe Ende von Scaramuccis Amtszeit im Weißen Haus, die offiziell noch gar nicht begonnen hatte. 

Seth Meyers fragte sich, wer ein würdiger Nachfolger für Scaramucci sein könnte. Seine Vorschläge: Ein Drucklufthorn mit Brusthaaren. Oder eine Lasagne mit einem Klappmesser. 

chwa

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