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In Island zählt bald tatsächlich nur noch, was du im Kopf hast, und nicht zwischen den Beinen: Als erstes Land der Welt hat der Inselstaat nun den Kampf gegen den Gender Pay Gap begonnen: Per Gesetz ist ab jetzt jede Firma mit mehr als 25 Mitarbeitern verpflichtet, ihren Angestellten genau das gleiche Gehalt zu zahlen – unabhängig von ihrem Geschlecht.

Es sei an der Zeit, „etwas Radikales“ zu unternehmen, sagte der isländische Sozialminister Þorsteinn Víglundsson im vergangen Jahr, als er dem Parlament das Gesetz vorstellte. Opposition dagegen hatte es kaum gegeben, nicht verwunderlich, denn Island ist das Land mit der höchsten politischen Gleichstellung weltweit, wie das World Economic Forum (WEF) schätzt.

2017 hatte der Global-Gender-Gap-Report des WEFs festgestellt, dass sich die Lohnlücke zwischen Mann und Frau weltweit erst in 217 Jahren schließen wird. Island will seine bis 2022 schließen. Also in vier Jahren. Der Gender Pay Gap in Island beträgt bis zu 18 Prozent, der deutsche 22 Prozent.

Auch bei uns soll am 6. Januar ein Gesetz in Sachen Gleichstellung verabschiedet werden. Der Radikalität des isländischen hinkt es jedoch noch weit hinterher: Betriebe hierzulande müssen erst ab einer Größe von 200 Mitarbeitern die Löhne transparent machen – und auch nur dann, wenn mindestens sechs Mitarbeiter den gleichen Job ausführen, wie der Anfragende. So wären diese Beschäftigten zumindest informiert, ob sie im Vergleich zu ihren Kollegen durchschnittlich weniger verdienen. 

nake

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