Schülerin wird für Diskriminierung wegen ihres Afros entschädigt

Ruby wurde mehrmals wegen ihres Afros von der Schule nach Hause geschickt. Ihre Geschichte löst eine Diskussion auf Twitter aus.
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Symbolbild: ActionVance / Unsplash

Als Ruby Williams 14 Jahre alt war, wurden ihre Haare zum Problem. Denn Ruby trug Afro – und das gefiel ihren Lehrer*innen an der Urswick-Schule in London offenbar nicht. Das und ihre ganze Geschichte erzählt die heute 18-Jährige zumindest in einem Interview mit BBC Newsbeat. Ihre Lehrer*innen hätten sie demnach aufgefordert, ihren Afro zu schneiden. Sie würde die Sicht der anderen Schüler*innen auf die Tafel blockieren und gegen die Kleiderordnung verstoßen. Eine entsprechende Regelung war laut BBC auf der Webseite der Schule zu finden, wurde inzwischen aber entfernt.

Ruby sei, so erzählt sie weiter, mehrmals aufgrund ihres Afros von der Schule nach Hause geschickt worden. Die zunehmenden negativen Kommentare von Lehrer*innen und auch Mitschüler*innen belasteten sie so stark, dass sie zeitweise gar nicht mehr zur Schule gehen wollte und eine depressive Verstimmung entwickelte.  

Ruby bekam das Gefühl, dass mit ihren Haaren etwas nicht stimmte. Fehlende Vorbilder in den Medien verstärkten diesen Eindruck. Also versuchte Ruby, ihren Afro zu bändigen. Doch das kostet viel Zeit und Geld. Rubys Eltern dagegen wollten das Verhalten der Schule so nicht akzeptieren: Sie versuchten, rechtlich gegen sie vorzugehen, wegen Diskriminierung. Nach einem dreijähren Rechsstreit hat die Schülerin nun 8500 Pfund, umgerechnet circa 10 000 Euro, als Entschädigung bekommen.

Die Schule betonte in einem Statement gegenüber Radio 1 Newsbeat, wie besorgt man über die Diskriminierungsvorwürfe sei. Auf eine Anfrage von jetzt hat die Urswick-Schule noch nicht reagiert.

Mittlerweile hat Ruby die Schule gewechselt. Nach eigenen Aussagen fühlt sie sich jetzt wieder wohler mit ihren Haaren. Die Schülerin möchte sich, so sagte sie der BBC, außerdem dafür einsetzen, dass anderen Afroträger*innen so etwas nicht passiert. Auf Twitter wird bereits über ihre Geschichte diskutiert.

Eine Userin schreibt, ihre Tochter habe bereits ähnliche Erfahrungen gemacht.

Unter den Kommentaren gibt es auch einige wenige Kritische, die die Summe der Entschädigung zu hoch finden.

Die meisten prangern jedoch das Verhalten der Schule an und sichern Ruby ihre Unterstützung zu.

Immer wieder erfahren Menschen Diskriminierungen aufgrund ihres Aussehens, zum Beispiel wegen ihres Afros. Wie aktuell das Thema ist, zeigt auch der oscarpemierte Kurzfilm „Hair Love“, in dem ein Vater versucht, die widerspenstigen Haare seiner Tochter zu bändigen.

kste

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