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Foto: Unsplash/Person

In 370 englischen Schulen werden bald neben Mathematik, Sprachen und Naturwissenschaften auch Entspannungs- und Atemübungen gelehrt. Damit sollen die Schüler verstehen, wie wichtig es ist, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten. Der Plan soll bis 2021 umgesetzt werden und erst mal für zwei Jahre laufen – die Regierung erhofft sich, mit diesem Projekt zu erfahren, was Kindern in ihrer psychischen Entwicklung helfen kann. 

„Die moderne Gesellschaft hält neue Herausforderungen für Kinder bereit.“

Das Konzept stammt vom „Anna Freud National Centre for Children and Families“ in Zusammenarbeit mit dem University College in London und ist eines der größten Projekte zum Thema „Psychische Gesundheit“ weltweit. Von der Idee ist auch die Politik begeistert.

Der englische Bildungsminister Damian Hinds steht voll hinter dem Konzept und sagte der Zeitung Independent: „Gesellschaftlich sind wir bezüglich psychischer Gesundheit sehr offen, doch die moderne Gesellschaft hält neue Herausforderungen für Kinder bereit.“ Er ist der Meinung, ein Programm wie dieses könnte den Kindern bei ihrer Entwicklung helfen.

Und so sieht das Konzept im Detail aus: Bereits in Grundschulen bekommen die Schüler regelmäßig verschiedene Übungen zur Entspannung beigebracht. Dazu gehören Muskel- und Aufmerksamkeitsübungen und spezielle Atemtechniken. In weiterführenden Schulen werden diese körperlichen Entspannungsstunden beibehalten, hinzu kommen Informationssitzungen, in denen die Schüler mit Experten und weitergebildeten Lehrern reden können. Wie oft genau sich die Schüler in den Sessions entspannen sollen, ist allerdings nicht bekannt. 

Die Kinder sollen lernen, sich Hilfe zu holen

Ziel des Experiments ist es einerseits, den Schülern ein Bewusstsein dafür zu geben, wie sie achtsam mit sich selbst und ihrer Psyche umgehen können. Zudem sollen sie lernen, wie sie ein unterstützendes Netzwerk um sich herum aufbauen und sich bei Problemen Hilfe holen können. 

Iman Hussein von der Organisation „Action for Children“ sagte dazu dem Independent: „Aus unseren eigenen Schulprogrammen wissen wir, wie hilfreich es ist, Probleme so früh wie möglich zu erkennen und einzuschreiten.“ Dass die Regierung nun endlich mit dem geplanten Experiment etwas für die Psyche der Kinder tut, mache Mut. 

Und dass das auch nötig ist, zeigt eine aktuelle Studie des University College London. Darin wird gezeigt, dass viele Teenager mit Depressionen zu kämpfen haben, wobei die Zahl bei den Mädchen sogar doppelt so hoch wie bei Jungen ist. 

Ob das Experiment Schülern wirklich erfolgreich helfen kann, ihre psychische Gesundheit zu stärken, wird sich wohl erst in einigen Jahren nach Beendigung des Projekts herausstellen. Die britischen Schulkids dürfte allein der Versuch jedoch schon freuen – immerhin machen Atem-und Entspannungsübungen während der Unterrichtszeit ja auch ein bisschen Spaß.

fczy