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Foto: dpa / Klaus-Dietmar Gabbert; Bearbeitung: jetzt

#MeToo betrifft alle Menschen, und zwar nicht erst im Erwachsenenalter. In vielen Schulklassen gehören sexistische Sprüche zum Alltag. Besonders schwierig ist das, weil die Schülerinnen und Schüler selbst ja noch mitten in der Entwicklung stecken. An der „Tullbroskolan“-Schule in Falkenberg im Süden von Schweden ist die #MeToo-Debatte deswegen jetzt Thema im Unterricht. In speziellen Workshops setzen sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinander, mit Fragen wie: Inwieweit betrifft uns das? Wie verhalten wir uns eigentlich? Und sollten wir an unserem Verhältnis etwas ändern?

„Vor allem die Mädchen sind aufgewacht“

Ola Landén betreut gemeinsam mit Anna-Karin Nilsson und zwei weiteren Lehrern die Workshops an der „Tullbroskolan“. Am Telefon sagt er: „Als die MeToo-Debatte losging, dachten wir: Wir müssen etwas tun. Deswegen haben wir das Projekt gestartet.“ Mittlerweile geht das Projekt in die zweite Runde. Im vergangenen Jahr haben die Lehrerinnen und Lehrer mit 13- bis 15-Jährigen gearbeitet, in diesem Jahr mit 16-Jährigen. Die Schüler diskutieren nach Geschlechtern getrennt unter anderem über Geschlechternormen und sexuelle Belästigung.

Die meisten Schüler mochten die Workshops, sagt Landén. Aber er sagt auch: „Viele der Jungs versuchen, sich als Opfer zu stilisieren. Sie verstehen die Debatte nicht richtig.“ Da müsse bei vielen erst ein Umdenken stattfinden. Verändert habe sich das Bewusstsein durch die Workshops auf jeden Fall: „Vor allem die Mädchen sind aufgewacht. Das ist gut, das ist wirklich gut.“ Und im Gespräch hätten viele der Schüler gemerkt: Beleidigungen wie zum Beispiel „Hure“ sind kein Spaß.

Dadurch habe sich auch das Verhalten geändert. Viele seien sensibler geworden. Flapsige und sexistische Witze und Schimpfworte waren bisher im Schulalltag normal, sagt Landén. Da sei bei den Schülerinnen und Schülern ein neues Bewusstsein entstanden.

soas