Feine Sahne Fischfilet darf in Dessau doch auf die Bühne

Das Anhaltische Theater hat sich bei der Band entschuldigt.

Feine Sahne Fischfilet bei einem Auftritt beim Friedensfest gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD.

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Der geplante Auftritt der Punkband Feine Sahne Fischfilet in Dessau sorgt seit Tagen für Kontroverse. Nachdem das Bauhaus Dessau abgesprungen war, hatte auch das Anhaltische Theater auf Anfrage angekündigt, die Band nicht bei sich spielen lassen zu wollen. Man wolle keine Seite wählen, in einem Konflikt, der nach der Absage des Bauhauses eine undifferenzierte, politische Ebene bekommen habe. Von dieser Position nimmt das Theater jetzt in einer Stellungnahme wieder Abstand: „Die abschlägige Antwort auf eine kurzfristige Anfrage der Medien war schlecht überlegt und falsch.“

Weiterhin habe die Theaterleitung verstanden, dass der Diskurs über Kunst nur geführt werden könne, wenn sich Kunst in seiner ganzen Freiheit präsentieren kann. Die Einrichtung habe jetzt persönlich Kontakt mit der Band aufgenommen und um Entschuldigung gebeten. Das Theater bietet jetzt sowohl seine eigene Bühne als auch Hilfe bei der alternativen Raumfindung an. Zudem heißt es: „Als das heutige Gebäude des Theaters errichtet wurde, wurden Künstler gegängelt, an der Ausübung ihres Berufs gehindert und massenweise vertrieben, verschleppt und getötet.“ Der Einrichtung sei jetzt bewusst, dass jedem Versuch, Kunst zu verhindern, entgegengetreten werden müsse. Auch von Seiten der Stadt werde sich auf der Suche nach alternativen Räumlichkeiten beteiligt.

Das ZDF und die Band Feine Sahne Fischfilet wollten am 6. November für die Reihe „ZDF@Bauhaus“ ein Konzert im Bauhaus Dessau aufnehmen. Für das Vorhaben, Feine Sahne Fischfilet einzuladen, gab es von Seiten der CDU und AfD Kritik, weil die Band früher einmal vom Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern beobachtet worden war. Im Zuge dessen hatten auch Rechtsradikale gegen das Konzert mobil gemacht und in sozialen Netzwerken zu Aufständen aufgerufen. Das Bauhaus Dessau hat daraufhin das Konzert abgesagt.

Daraufhin wurden einige, kritische Stimmen laut. Professoren der Bauhaus-Universität in Weimar veröffentlichten auf Twitter einen Brief an die Direktorin der Dessauer Stiftung, Claudia Perren. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gab zu bedenken, dass nie der Eindruck entstehen dürfe, Druck aus der rechten Szene reiche um Konzerte zu verhindern. Zuletzt erklärte Berlins Kultursenator Klaus Lederer seine Unterstützung und lud die Punkband in das Bauhaus-Archiv in Berlin ein.

schja

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