Hillary Clinton wollte Trumps Amtseinführung schwänzen

Im Interview mit Graham Norton erzählt sie von ihrem Versuch, der unliebsamen Party zu entkommen.
Screenshot: BBC

Seit neun Monaten ist Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten. Im Januar dieses Jahres fanden die Feierlichkeiten zu seiner Amtseinführung statt. Dass Hillary Clinton keine große Lust hatte, dort zu erscheinen: Wen wundert’s? Clinton war im US-Wahlkampf 2016 als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten gegen Trump angetreten. Obwohl sie knapp drei Millionen Stimmen mehr erhalten hat als der Republikaner Trump, verlor sie die Wahl wegen des in den USA gebräuchlichen Wahlmännersystems.

Clinton wollte also nicht zu der Zeremonie gehen. Blöd nur: Es ist Tradition, dass zur Einführung eines US-Präsidenten seine Amtsvorgänger und die ehemaligen First Ladys erscheinen. Für Hillary Clinton also ein Pflichttermin, da ihr Ehemann Bill von 1993 bis 2001 Präsident der USA war.

Gestern Abend war Hillary Clinton in Graham Nortons Talkshow zu Gast, um ihr neues Buch vorzustellen. Dabei kam sie auch auf Trumps Amtseinführung zu sprechen. Oder besser: ihren Versuch, die unliebsame Party zu schwänzen. „Ich habe wirklich versucht, nicht hinzugehen“, sagte sie dem Moderator Norton. Sie habe damals mit den anderen ehemaligen Präsidenten und ihren Frauen telefoniert, um herauszufinden, ob diese dem Termin vielleicht auch fernbleiben wollen. „Wir haben die Bushs und die Carters angerufen“, erzählt Clinton, „sie sagten aber, dass sie hingehen.“ Hätte also ungut ausgesehen, wenn die Clintons als einzige nicht gekommen wären.

Natürlich hat Hillary Clinton dann noch ein paar Spitzen für Trump und dessen Antrittsrede übrig. „Ich wollte, dass er sich der Anforderung gewachsen zeigt, ein Präsident für alle zu sein, nicht nur für diejenigen, die ihn gewählt haben“, sagt sie, „das hat er nicht getan.“ Trump hatte während der Zeremonie gewohnt populistische Töne angeschlagen, gegen die politische Klasse in Washington gewettert und gesagt, dass für ihn fortan nur noch „America first“ gelte.

„Es ist so traurig, dass er sich der Welt nicht zugewandt, sondern das zementiert hat, was er zuvor stets gesagt hat“, so Clintons Urteil über die Rede. Damit ist sie, nach neun Monaten Trump, bekanntermaßen nicht die Einzige.

  jwh 

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