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Wer ist der „nächste Obama“?

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Die Midterm Elections in den USA stehen an und die sind natürlich auch so etwas wie eine Generalprobe für die Präsidenschaftswahlen 2020, für die die Demokraten noch nach dem perfekten Kandidaten oder der perfekten Kandidatin suchen. Besonders hoch als „the next Obama“ wird derzeit der texanische Senats-Kandidat Beto O’Rourke gehandelt. Aber auch andere US-Politiker (und Nicht-Politiker) haben dieses Label verpasst bekommen. Wir haben uns die sechs interessantesten „next Obamas“ angeschaut.

Beto O’Rourke

beto

Foto: Getty Images / Chip Somodevilla

Google-Ergebnisse Name + „the next Obama“: 7310

Twitter-Follower: 731.000

Alter: 46 

Profil: Abgeordneter für Texas im US-Repräsentantenhaus. Kandidiert 2018 für den Senat gegen den Amtsinhaber und Republikaner Ted Cruz. Stammt aus einer irisch-amerikanischen Familie und ist in El Paso an der Grenze zu Mexiko aufgewachsen. Setzt sich unter anderem für eine staatliche Krankenversicherung, strengere Waffengesetze, eine Reform der Einwanderungspolitik und die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ein. Begeistert als Redner, und weil er im Wahlkampf nicht an seine Gegner austeilt, sondern den Zusammenhalt im Land beschwört. Es heißt sogar, in Texas herrsche eine „Beto-Mania“. Besonders viele Menschen bewegte er, als er sich für die von Trump kritisierten Football-Spieler aussprach, die sich aus Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt während der Nationalhymne hinknien.

Außer „the next Obama“ ist er angeblich… the next Kennedy“, „for real“ und „no progressive hero, but he’s better than Ted Cruz“.

Erwähnung in einem Trump-Tweet:

Fun Fact:

War mal Mitglied einer Punkrock-Band und trug ein Kleid. Die Republikaner versuchten, das gegen ihn zu verwenden – es machte ihn aber eher noch beliebter.

Obama-Score: 

8 von 10

Alexandria Ocasio-Cortez

alexandria ocasio cortez

Foto: reuters / Andrew Kelly

Google-Ergebnisse Name + „the next Obama“: 238

Twitter-Follower: 903.000

Alter: 29

Profil: Demokratische Kandidatin eines New Yorker Wahlbezirks für das Repräsentantenhaus, nachdem sie bei den Vorwahlen im Juni überraschend gegen den Langzeit-Abgeordneten Joseph Crowley gewonnen hat. Als junge Frau mit lateinamerikanischen Wurzeln aus der Arbeiterschicht eine Art Anti-Trump. Arbeitete schon als Studentin für einen Senator, Themengebiet Einwanderung. Nach dem Studium jobbte sie im Taco-Restaurant der Mutter in der Bronx, 2016 arbeitete sie für die Kampagne von Bernie Sanders. Wirbt für eine staatliche Krankenversicherung, die Abschaffung der US-Einwanderungsbehörde, einen Mindestlohn von 15 Dollar und ein kostenloses Studium. 

Erwähnung in einem Trump-Tweet: Trump hat Ocasio-Cortez zwar nicht erwähnt, aber nach den Vorwahlen einen Schmäh-Tweet abgesetzt, der sich las, als verbuche er Crowleys Niederlage als Sieg für sich. Viele Nutzer machten ihn dann darauf aufmerksam, dass Ocasio-Cortez' Sieg eigentlich die allergrößte Watschn für den Präsidenten ist:

Fun Fact: Weil sie an der High School einen Forschungswettbewerb gewann, benannte das „Massachusetts Institute of Technology“ einen Kometen nach ihr: 23238 Ocasio-Cortez.

Obama-Score: 7 von 10

Kamala Harris

kamala

Foto: afp / Mark Ralston

Google-Ergebnisse Name + „the next Obama“: 1970

Twitter-Follower: 1,91 Millionen

Alter: 54

Profil: Juristin und demokratische Senatorin aus Kalifornien. Hat indische und jamaikanische Wurzeln und ist die zweite schwarze Frau, die in den US-Senat gewählt wurde. War von 2011 bis 2017 Attorney General von Kalifornien (entspricht etwa dem Posten einer Generalstaatsanwältin) und im Jahr 2014 zeitweise Favoritin für das Amt der US-Justizministerin unter Barack Obama. Hielt eine Rede beim „Women’s March“ und ermutigte Christine Blasey Ford bei der Kavanaugh-Anhörung mit den Worten: „You are not on trial.“ Ist eine der schärfsten Trump-Kritikerinnen und war Adressatin einer der Briefbomben, die Ende Oktober von einem fanatischen Trump-Anhänger verschickt wurden. Gilt als potenzielle Kandidatin für den Präsidentschaftswahlkampf 2020 und sagt selbst, dass sie eine Kandidatur nicht ausschließt.

Erwähnung in einem Trump-Tweet: Harris wurde zwar nicht vom Trump-Account angegriffen, dafür aber vom offiziellen des Weißen Hauses:

Fun Fact: Obama nannte sie 2016 im Zuge einer Lobeshymne unter anderem „the best-looking attorney-general in the country“, was als sexistisch kritisiert wurde. Er hat sich daraufhin bei ihr entschuldigt.

Obama-Score: 9 von 10

Abdul el-Sayed

adbul el sayed

Foto: Wikipedia

Google-Ergebnisse Name + „the next Obama“: 357

Twitter-Follower: 67.700

Alter: 34

Profil: Geboren als Sohn ägyptischer Einwanderer in Detroit. War als studierter Mediziner Gesundheitsbeauftragter seiner Heimatstadt und erreichte zum Beispiel eine Verringerung der Emissionen und die Ausgabe kostenloser Brillen für Schüler. 2018 bewarb er sich um die Kandidatur für den Gouverneursposten in Michigan. Er wurde von Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez unterstützt, verlor aber in den Vorwahlen. Hätte er Kandidatur und Wahl gewonnen, wäre er der erste muslimische Gouverneur der USA geworden. Als einen Grund für seine Kandidatur nannte er die Krise in Flint, wo das Trinkwasser nach einer Sparmaßnahme mit Blei verseucht war und es zu einem Gesundheitsnotstand kam.

Erwähnung in einem Trump-Tweet: Bisher keine. Dabei hat er schon mehrfach versucht, eine Reaktion des Präsidenten zu provozieren:

Dafür wurde er vom republikanischen Senatskandidaten aus Virginia als „ISIS-Kommunist“ beschimpft, worauf er aber recht charmant reagierte:

Fun Fact: El-Sayed möchte selbst gar nicht „the next Obama“ sein. Im Oktober 2017 sagte er: „I get compared to Obama because my name is funny, and I’m brown, and my politics are about inspiring us to believe in each other again.“ Politisch stünden sie sich aber nicht besonders nahe. Obama sei ein Demokrat der Mitte und der Eliten, el-Sayed versteht sich als sehr viel linker und steht eher Bernie Sanders nah.

Obama-Score: 4 von 10

Elizabeth Warren

elizabeth w

Foto: AFP / Joseph Prezioso

Google-Ergebnisse Name + „the next Obama“: 5930

Twitter-Follower: 4,66 Millionen

Alter: 69

Profil: Geboren in Oklahoma, Juristin, seit 2013 Senatorin von Massachusetts und eine Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur 2020. Als Expertin für Wirtschafts- und Insolvenzrecht setzte sie sich während der Finanzkrise für die Regulierung von Banken und Finanzmärkten ein. Wurde 2010 von Obama zur Sonderberaterin berufen und sollte eine neue Verbraucherschutzbehörde leiten, hatte aber keine Chance, vom Senat bestätigt zu werden und trat zurück. Geriet in Kritik und in einen Konflikt mit Trump, weil sie angegeben hatte, indigene Vorfahren zu haben (s. „Erwähnung in einem Trump-Tweet“). Wurde als mögliche Vizepräsidenten-Kandidatin für Hillary Clinton gehandelt, die dann aber mit Tim Kaine ins Rennen ging.

Außer „the next Obama“ ist sie angeblich… unfit to lead“, „often bracketed with Bernie Sanders“ und „no more Native American than you or I“.

Erwähnung in einem Trump-Tweet:

Das war nur einer der Tweets eines Twitter-Schlagabtauschs zwischen Warren und Trump. Warren hatte mehrfach angegeben, von Cherokee abzustammen und legte nach verbalen Attacken von Trump schließlich einen DNA-Test vor, der ihr indigene Vorfahren bescheinigte. Dafür wurde sie unter anderem von Cherokee kritisiert, da nicht nur die Gene bestimmten, ob man Teil einer indigenen Nation sei. Trump beleidigte Warren auf Twitter mehrmals als „Pocahontas“ und „Fake Indian“ und sie setzte sich zur Wehr.

Fun Fact: Hat eine eigene Action-Figur. Außerdem ist ihre vehemente Opposition gegen die Berufung von Jeff Sessions zum Justizminister im Jahr 2017 der Grund dafür, dass „Nevertheless, she persisted“ zu einem viralen feministischen Slogan wurde.

Obama-Score: 7 von 10

Malia Obama

malia o

Foto: dpa / Jim Lo Scalzo

Google-Ergebnisse Name + „the next Obama“: 756 (allerdings mit überdurchschnittlich vielen Ergebnissen wie „the next Obama family home“).

Twitter-Follower: 0 (weil kein Account)

Alter: 20

Profil: Geboren in Chicago und Tochter des Ex-Präsidenten. Kurz nach seiner Vereidigung im Januar 2009 veröffentlichte Barack Obama einen viel beachteten Brief an Malia und ihre Schwester Sasha, in dem er beschrieb, warum er Präsident werden wollte und was er sich für die USA und die Kinder und Jugendlichen seines Heimatlandes wünscht. Malia wurde 2014 gemeinsam mit ihrer Schwester in die Liste der „25 Most Influential Teens“ des Time Magazine aufgenommen. Hat als Schülerin in New York und Los Angeles fürs Fernsehen gearbeitet, im Sommer 2016 ein Praktikum an der US-Botschaft in Spanien gemacht und Anfang 2017 eines in der Weinstein Company. Hat ihre Mutter auf Reisen begleitet, bei denen sie sich für bessere Bildung für Mädchen weltweit einsetzte. Nach der High School machte sie ein viel diskutiertes „Gap Year“ und studiert seit Herbst 2017 in Harvard. Muss sehr viel Boulevard-Berichterstattung über sich ergehen lassen und ist bisher noch nicht politisch aufgetreten. Eigentlich wünschen sich viele ja sowieso ihre Mutter als zweite „President Obama“ – aber die hat die Gerüchte, dass sie 2020 antreten will, dementiert.

Außer „the next Obama“ ist sie angeblich… reportedly dating Rory Farquharson, a Harvard sophomore from the UK“ , „living her best damn college life“ und „the best Obama“.

Erwähnung in einem Trump-Tweet: Bisher keine.

Fun Fact: Spielt in einem Musikvideo der „New Dakotas“ mit. Ihr Part wurde allerdings in der Youtube-Version herausgeschnitten (hier kann man ihn noch sehen).

Obama-Score: 

Genetisch 10 von 10, politisch 3 von 10 (aber das kann sich ja noch ändern).

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