Schüler schließen Anti-Waffen-Verträge mit ihren Eltern

Sie verpflichten sich darin, nur waffenkritische Politiker zu wählen.

Seit dem Amoklauf an der Marjory Stoneman Douglas High School (MSD), bei dem ein ehemaliger Schüler 17 Menschen getötet und viele weitere verletzt hat, kämpfen die Überlebenden (zusammen mit Schülern aus dem ganzen Land) für schärfere Waffengesetze. Besonders bekannt sind einige „Seniors“ der Highschool, vor allem die 18-jährige Emma Gonzalez und der 17-jährige David Hogg. Sie treten mit bewegenden Reden in Fernsehen und Radio auf, organisieren Protestaktionen und nutzen die sozialen Medien, um mit dem Hashtag #NeverAgain gegen die Waffenlobby zu kämpfen. 

Aber auch jüngere Schüler wollen etwas bewegen – ganz einfach, indem sie das demokratische Wahlsystem nutzen. Weil sie aber, anders als Emma Gonzalez, noch nicht selbst wählen dürfen, spannen sie nun ihre Eltern und Großeltern ein: Die sollen einen Vertrag unterschreiben und damit das Versprechen geben, im Interesse ihrer Kinder zu wählen. 

Den Vertrag haben die beiden 16-Jährigen Adam Buchwald und Zach Hibshman erarbeitet, um „die Welt zu verändern“, wie der New Yorker Zach zitiert. Die größte Schwierigkeit sei dabei die Formulierung des Versprechens gewesen. Adams Vater half den Jugendlichen. Er fürchte sich ebenfalls vor Waffen, sagte er dem New Yorker

Heraus kam am Ende ein einziger, von den Jungen wohlüberlegter Satz: „We, ..., promise to our Child, ..., That I/We will vote for legislative leaders who support our children’s safety over guns!“ Die Eltern sollen also versprechen, dass sie eine Legislative wählen werden, die die Sicherheit ihrer Kinder wichtiger findet als Waffen.

Die beiden Jungen tauften ihr Werk „Parents Promise To Kids“, kurz PPTK. Das Dokument luden sie online auf einer eigenen Website hoch, sodass jede Familie, die mitmachen will, Zugriff darauf hat.

Viele Eltern, die den Vertrag bereits unterzeichnet haben, posten nun Bilder davon in den sozialen Netzwerken – versehen mit dem Hashtag #ParentsPromisetoKids oder #PPTK.

Weil Adam und Zach noch mehr Unterschriften bekommen wollen, arbeiten sie an weiteren Versionen des Vertrages. „Wir müssen unseren Markt erweitern“, sagte Adam. Deshalb haben sie inzwischen auch einen Vertrag für Großeltern aufgesetzt.

Es sollen aber noch weitere Verträge folgen, weil sich inzwischen zum Beispiel auch Menschen ohne Kinder mit der „Parents Promise to Kids“-Bewegung solidarisieren wollen.

Außerdem wollen die Jungs einflussreiche Leute in ihre Bewegung einbinden. Ihre älteren Mitschüler Emma Gonzalez (1,2 Millionen Follower auf Twitter) und David Hogg (400.000 Follower auf Twitter) haben bereits einen Aufruf geteilt. Ebenso die Schauspielerin Alyssa Milano, die vor einigen Monaten den Hashtag #metoo bekannt machte. Inzwischen haben auch schon viele amerikanische Medien über #PPTK berichtet.

Allerdings hat ihre Bewegung auch Nachteile für die beiden Teenager: Wie allen anderen, die sich öffentlich mit der mächtigen US-amerikanischen Waffenlobby anlegen, schlägt auch Zach und Adam eine Menge Hass entgegen. Viele Anhänger der NRA schreiben außerdem auf Twitter, dass sie ihren Kinder lieber etwas anderes versprechen wollten: Sie schon früh mit Waffen auszustatten, damit sie sich gut selbst verteidigen können. 

Nachdem nun schon einige hundert Eltern den Vertrag unterschrieben und Fotos davon im Internet geteilt haben, zeigen sich Adam und Zach aber trotzdem optimistisch:

„Unsere Mitschüler sind letztens in Tallahassee marschiert“, sagte Adam gegenüber dem New Yorker und verwies damit auf die #NeverAgain-Bewegung. „Das finden wir toll! Aber unsere Bewegung wird großen Einfluss auf zukünftige Wahlen haben.“ Im Interview mit CBS geben die Jungen dann außerdem auch selbst ein Versprechen: „Wir werden nicht aufgeben, bis sich etwas verändert hat.“

lath

Mehr über den Kampf der US-Schüler:

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