Sahar Tabar tritt im iranischen Staatsfernsehen auf

Die Instagrammerin wurde als Beispiel vorgeführt, wie Social Media ein Leben ruinieren könne.

Foto: Screenshot Youtube

Sahar Tabar, deren Verhaftung in Iran weltweit für Schlagzeilen sorgte, ist nun im staatlichen iranischen Fernsehen aufgetreten. In einem Interview, über das zuerst BBC und die Nachrichtenagentur AFP berichteten, wurde die 22-Jährige als „Zombie“ vorgestellt und als Beispiel dafür, „wie der Wahn, auf Social Media berühmt zu werden, eine Leben ruiniert hat“. Im Video erzählt Sahar Tabar von den vergeblichen Versuchen ihrer Mutter, sie von ihren Instagram-Aktivitäten abzuhalten. Sie sagt, dass es ihr Kindheitstraum gewesen sei, berühmt zu werden. Außerdem habe sie nicht wie Angelina Jolie, sondern wie der Charakter aus Tim Burtons Animationsfilm „The Corpse Bride“ aussehen wollen. Tabars Gesicht wurde während des Interviews verpixelt.

Inwieweit dieses Video auf Druck der Behörden entstanden ist, ist unklar. Laut Amnesty International gab es solche „erzwungenen Geständnisse“ im iranischen Staatsfernsehen bereits in der Vergangenheit. In den sozialen Netzwerken wurde Solidarität für die inhaftierte Instagrammerin geäußert.

Die Bilder, die man von Sahar Tabar kennt, sind provokant, „Zombie-Jolie“ nennen sie Boulevardmedien herablassend. Über 50 Schönheitsoperationen, so die Gerüchte im Netz, soll Tabar über sich ergehen haben lassen, um der US-Schauspielerin Angelina Jolie zu gleichen. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass die 22-Jährige ihre Bilder einfach nur stark bearbeitet hatte.  

Anfang Oktober wurde Tabar offenbar inhaftiert, der Vorwurf lautete „Blasphemie, Anstachelung zu Gewalt, Geldeinnahmen durch nicht angebrachte Mittel und Ermutigung der Jugend zu Verderbnis“. Tabar ist jedoch nicht der einzige Social-Media-Star, der dieses Jahr festgenommen wurde. Das „Center for Human Rights in Iran“ veröffentlichte im August einen Bericht, demzufolge „Dutzende Iraner*innen mit einer großen Zahl an Instagram-Followern“ von der Polizei vorgeladen worden sein sollen – darunter auch Athleten, Models und Schauspieler. Einige davon seien aufgrund des Inhalts ihrer Posts auch angeklagt worden.

pwe

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