Die High School von Santa Fe nach der Schießerei.

Die High School von Santa Fe nach der Schießerei.

Foto: Daniel Kramer / AFP

Sie sind längst mehr als Überlebende eines fürchterlichen Massakers – Emma Gonzalez, David Hogg, Cameron Kasky und einige andere der Schüler der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland, Florida, sind Anführer der jungen Generation in den USA, die schärfere Waffengesetze in ihrem Land fordert. Sie haben eine Bewegung und einen weltweit beachteten Protestmarsch ins Leben gerufen, an dem landesweit Millionen von Schülern teilgenommen haben. Mit ihren Social-Media-Accounts erreichen sie Millionen Menschen. Und so blicken auch viele auf diese jungen Aktivisten, wenn wie am Freitag wieder Kinder und Jugendliche an einer US-Schule sterben.

In Santa Fe in Texas hat offenbar ein 17-Jähriger zehn Menschen erschossen. Kurz darauf meldeten sich die Parkland-Schüler zu Wort. Einzelne schicken Mitgefühl und Gesprächsangebote an ihre Leidensgenossen in Texas. Der offizielle Account von „March For Our Lives“ veröffentlichte einen kurzen Brief, von Schülern an Schüler.

Weitere Reaktionen richten sich direkt an Politiker. Zum Teil liest man direkte Forderungen, die Waffengesetze endlich zu ändern. Zum Teil spürt man die Fassungslosigkeit der Schüler darüber, wie Amerikas politische Klasse wieder ihre Amoklauf-Routine aus „Thoughts and Prayers“- und anderen Betroffenheits-Bekundungen abspult. Diese Äußerungen haben in den Augen der Schüler längst ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Statt für echtes Mitgefühl stehen sie für Tatenlosigkeit, die hinter freundlichen Worten versteckt werden soll.

Ebenfalls auffällig ist die Zahl der Tweets, die sich gar nicht ausschließlich mit den Geschehnissen in Santa Fe befassen, sondern die Dimension des Problems „School shootings“ verdeutlichen. Santa Fe war bereits Schul-Schießerei Nummer 22 im Jahr 2018. Häufig verlinkt wird eine Datenrecherche der Washington Post, die vergleicht, wie viele Tote es 2018 bei Schulschießereien gab und wie viele US-Soldaten fielen. Denn die Opfer von Angriffen an Schulen die gefallenen Soldaten überholt. 

Ebenfalls immer wieder zu sehen bei Twitter: Das Video einer Schülerin aus Santa Fe, die keinerlei Verwunderung darüber zeigt, dass an ihrer Schule so etwas passieren kann.

Der „March for our Lives“-Account retweetete auch Bilder und Namen einiger der Opfer, die der Bürgerrechtler Michael Skolnik gepostet hatte:

Insgesamt spürt man in den Tweets der Parkland-Schüler eine große Wut. Darüber, dass sich immer noch nichts geändert hat. Dass ihr Protest in der Politik einfach überhört wird. Auch ein bisschen Resignation scheint mitzuschwingen. Man kann nur hoffen, dass sie weitermachen.

che

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