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Screenshot www.beyonce.com

Weiße Blockbuchstaben auf schwarzem Grund. "Wir wollen keine Sympathie. Wir wollen, dass ihr unser Leben respektiert." Über Nacht hat Beyoncé ihre Website runderneuert. Statt Eigen-Promotion prangt dort nun eine Anklageschrift gegen die eskalierende Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten. Vergangene Woche wurden dort erneut zwei Schwarze von weißen Polizisten erschossen. "Wir kämpfen gegen jeden, der glaubt, dass das Morden von jenen die uns beschützen sollten, unbestraft bleiben darf", schreibt die Sängerin.

Neben solchen Sätzen liefert Beyoncé einen Beipackzettel zum Protest. Unter der Wutrede führt ein Link zur Kontaktseite des US-Kongresses. Per Postleitzahl kann dort jeder Bürger seinen zuständigen Abgeordneten ausfindig machen und kontaktieren. Die Aufforderung: "Wir müssen unsere Stimme nutzen und bei den Politikern in unserer Region Veränderung einfordern." 

Es ist nicht das erste Mal, dass Beyoncé politisch wird. Im Video zu "Formation" lässt sie ein Polizeiauto im New-Orleans-esken Morast versinken. Die Stadt im Bundesstaat Louisiana wurde vor elf Jahren von Hurrikan Katrina verwüstet; vor allem die schwarze Mittelschicht wurde damals mit der Zerstörung allein gelassen. Bei der Halbzeitshow des vergangenen Superbowls sorgte sie abseits von Nippel-Blitzern und Mittelfingern für Aufsehen: In Michael-Jackson-Outfit und Black-Panther-Pose probte Beyoncé dort den Aufstand und politisierte die sonst so zahnlose Pausenbespaßung. 

Mit ihrem Statement zum Tod von Alton Sterling und Philando Castile

steht sie nicht alleine. Kanye West, sonst berüchtigt für seine Twitter-Rants, teilte unkommentiert das Video, das zeigt, wie Sterling erschossen wird. Drake postete bei Instagram einen offenen Brief. Darin drückt er seine Besorgnis über die Ereignisse aus: "Ich fürchte um die Sicherheit meiner Familie, meiner Freunde und jedes Menschen, der ein Opfer dieser Vorgänge werden kann." 

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Ein von champagnepapi (@champagnepapi) gepostetes Foto am

Mittlerweile ist der Konflikt in den USA weiter eskaliert. In Dallas wurden bei einer Demonstration fünf Polizisten erschossen. Offenbar wollte der afroamerikanische Schütze gezielt Weiße töten. Sein Motiv: die Verzweiflung über die ermordeten Schwarzen in der vergangenen Woche. Die Spirale der Gewalt dreht sich weiter.

jab

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