Ob Pebbles vorher schon Böses schwante? (Symbolbild).

Ob Pebbles vorher schon Böses schwante? (Symbolbild).

Foto: Rolf Haid/dpa

Am Ende musste sich Belen Aldecosea entscheiden, ob sie ihren Flug verpassen oder ihren Zwerghamster „Pebbles“ zurücklassen will. Ihre Wahl fiel auf Letzteres, wobei das Zurücklassen in diesem Fall etwas drastisch ausfiel: Aldecosea spülte ihren Hamster in der Flughafentoilette runter.

Doch von vorne: Die 21-jährige Studentin musste sich im vergangenen Jahr einer Operation im US-Bundesstaat Florida unterziehen. Deswegen hatte sie für den 21. November 2017 einen Flug von Baltimore nach Fort Lauderdale gebucht. Ihr Hamster Pebbles sollte mitfliegen, denn es handelte sich bei ihm um ihr „emotional support animal“ – ein Haustier, das sie aus psychologischen Gründen mit sich geführt hat, nachdem ein Arzt es dafür zertifiziert hatte.

Aldecosea sagt, sie habe im Vorfeld des Fluges zweimal bei der Fluglinie „Spirit Airlines“ angerufen, um sicherzugehen, dass der Hamster an Bord erlaubt ist. Das Unternehmen habe ihr das bestätigt.

Ein Mitarbeiter der Airline habe ihr geraten, den Hamster auszusetzen oder runterzuspülen

Kam dann aber nicht so. Beim zweiten Sicherheits-Check wurde Belen Aldecosea aufgehalten. Nager seien an Bord verboten, sie dürfe mit dem Tier nicht fliegen. Belen diskutierte – ohne Erfolg. Sie versuchte, sich ein Leihauto zu mieten – ohne Erfolg. Stattdessen musste sie fliegen, um ihren OP-Termin nicht zu verpassen.

Was dann passierte, darüber sind sich Aldecosea und die Fluglinie nicht einig. Die Studentin sagt gegenüber dem Miami Herald, ein Mitarbeiter der Airline habe ihr geraten, den Hamster entweder runterzuspülen oder außerhalb des Flughafens auszusetzen.

Derek Dombrowski, ein Sprecher der Fluglinie sagt: „Um das klarzustellen, zu keinem Zeitpunkt hat irgendeiner unserer Mitarbeiter diesem Fluggast (und übrigens auch keinen anderen Fluggästen) gesagt, dass sie ein Tier runterspülen oder anderweitig verletzen soll.“ Er bestätigte aber, dass Angestellte der Fluglinie am Telefon fälschlicherweise gesagt hätten, die Studentin dürfe den Hamster mitnehmen.

 

„Das war ein winziger, süßer, harmloser Hamster“

 

Am Flughafen fand Aldecosea es schließlich tierfreundlicher, Pebbles gleich runterzuspülen, statt ihn verängstigt in der Kälte auszusetzen. „Ich hatte keine andere Wahl“, sagt sie – und denkt jetzt darüber nach, die Airline zu verklagen.

 

In den USA wurde in den vergangenen Monaten mehrmals über die Frage diskutiert, ob Menschen mit ihren „emotional support animals“ fliegen dürfen. In der Regel handelt es sich dabei um Hunde oder Katzen. Vor knapp zwei Wochen aber ging ein Fall viral, in dem der Pfau „Dexter“ nicht an Bord eines United-Airlines-Fluges durfte. Nach der Aufregung darüber hat Belen Aldecosea nun Pebbles’ Geschichte öffentlich gemacht. Ihr Anwalt aber grenzt den Fall Pebbles deutlich vom Fall Dexter ab: „Das war kein riesiger Pfau, der eine Gefahr für andere Passagiere darstellen könnte. Das war ein winziger, süßer, harmloser Hamster, den sie in ihrer Hand hätte halten können.“

 

jwh

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