Coronavirus-Pornos sind groß im Kommen

Jetzt hat das Virus auch die dunkelste Ecke des Internets infiziert.

Foto: ALY SONG, REUTERS

Das Coronavirus ist überall – selbst Menschen, die nicht tatsächlich den Erreger in sich tragen, sind zumindest durch das Thema infiziert: Reihenweise werden Großveranstaltungen abgesagt, beim Abendessen mit Freunden redet man darüber, beim Einkaufen ist der Zucker ausverkauft, und, und, und. Offenbar hat das Virus sich jetzt auch noch in einer anderen Ecke des gesellschaftlichen Lebens ausgebreitet: Pornos.

Oder besser gesagt in den Pornosuchanfragen. Während in Frankreich die Regierung sogar von der dort üblichen Küsschen-Küsschen-Begrüßung abrät, werden Küsschen-aufs-Nüsschen-Corona-Szenarien im Internet immer beliebter. Wer etwa auf der Pornoseite Pornhub den Suchbegriff „Corona“ eingibt, stößt auf über 150 Videos zu dem Thema, darunter Video-Titel wie „F****** the nurse after corona virus checkup“, „Sex, Drugs, Coronavirus“ oder „How to treat Corona Virus in Japan“.

Als sexy Must-Have-Accessoire für dieses neue Genre muss die Gesichtsmaske herhalten

Die Videos drehen sich besonders oft um das Thema Ansteckungsrisiko – ganz nach dem Motto: Je verbotener, desto heißer. Aber auch Quarantäne-Langeweile und mysteriöse „Heilungsverfahren“ tauchen gehäuft auf. Als sexy Must-Have-Accessoires für dieses neue Genre muss natürlich die Gesichtsmaske herhalten.

Der Wunsch nach vermeintlich heißen Coronavirus-Videos wirkt zuerst kurios. Schließlich ist zu vermuten, dass wer sich tatsächlich infiziert hat und unter Symptomen wie Husten, Fieber oder Atembeschwerden leidet, wohl nicht gerade Lust auf ausufernde körperliche Aktivitäten hat. Aber Pornos sind ja dafür bekannt, eher wenig mit der Realität zu tun zu haben.

Das sieht man auch, wenn man sich anschaut, wo die meisten Menschen nach Corona-Sex-Videos suchen. Ein Blick in Google Trends zeigt, dass die Zahl der Suchanfragen wohl nicht direkt mit der Zahl der Infizierten in einem Land zusammenhängt. Soll heißen, das Interesse ist nicht größer oder kleiner, egal wie sehr die Länder tatsächlich von der Krankheit betroffen sind. So haben Menschen in Uganda (bisher keine offiziell bestätigten Corona-Patient*innen), in Nepal (ein offiziell bestätigter Fall), aber auch in Italien (über 3000 Infizierte) besonders oft den Suchbegriff „Corona Porn“ gegoogelt.

Grafik: jetzt

Die Daten sind nicht wirklich verlässlich. Zum einen findet sich in Google Trends China nicht wieder, dort leben die meisten Infizierten. Gleichzeitig wird dort, wie auch in Iran, das Internet stark zensiert. Auch werden durch die Begriffssuche natürlich die regional unterschiedlichen Bezeichnungen für das Coronavirus oder Porno ausgeklammert.

In Deutschland ist Google Trends zufolge die Begeisterung für Coronavirus-Sex zum Anschauen im internationalen Vergleich nicht ganz so hoch. Auch innerhalb der Bundesrepublik unterscheiden sich die Bundesländer hinsichtlich ihrer Corona-Porn-Affinität. Vorreiter bei der Suche nach „Coronavirus Porn“ ist momentan Mecklenburg-Vorpommern, dicht gefolgt von Hamburg. Den letzten Platz nimmt Brandenburg ein, Bremen taucht auf dieser Liste gar nicht auf – allerdings vermutlich nicht, weil sich die Bremer*innen nicht dafür interessieren. Nur googeln die andere Begriffe. Sucht man etwa nur „Corona Porn“ ist Bremen direkt auf dem ersten Platz.

Grafik: jetzt

Auch außerhalb des Internets hat das Virus wohl Auswirkungen auf Aspekte des Geschlechtsverkehrs. Einem Bericht des österreichischen Nachrichtenportals OE24 zufolge sollen etwa in Australien in vielen Filialen Kondome ausverkauft sein. Angeblicher Grund ist nicht, dass alle fantastischen Ende-der-Welt-Sex haben, sondern, dass dort das Gerücht umgeht, Kondome, die man auf Finger zieht, würden auch vor Coronavirus schützen. Naja, zumindest werden einem die Hände so nicht aus Versehen schwanger.

mpu

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