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Fotos: LUKAS BARTH/EPA-EFE/REX/Shutterstock / Ina Fassbender / dpa

Spätestens seit Mesut Özil im Mai den umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan traf und Fanboy-mäßig mit ihm für Fotos posierte, ist auch der deutsch-türkische Fußballspieler selbst sehr umstritten. Das merkte man nicht nur an Shitstorms und Medienkritik direkt nach dem Treffen, sondern auch noch in den vergangenen Wochen: Viele forderten den DFB auf, den deutsch-türkischen Spieler nicht bei der Weltmeisterschaft spielen zu lassen. Einige beleidigten Özil rassitisch, Parteimitglieder der AfD stilisierten ihn nach missglückten Spielen zum Sündenbock. Der DFB hielt sich bei alledem zurück.

Nun, nachdem Deutschland aus der WM ausgeschieden ist, scheint man das alles aber doch noch einmal ganz genau durchdenken zu wollen: DFB-Manager Oliver Bierhoff zumindest sagte am Donnerstagabend gegenüber der Welt, man hätte vor der WM überlegen müssen, ob man auf Özil verzichtet. 

Was er sich davon erhofft hat, lässt sich schwer sagen. Ziemlich sicher aber nicht das, was er tatsächlich damit auslöste: eine Welle der Kritik – nicht an Özil, sondern an Bierhoff selbst.

Bierhoff wolle nun, da er selbst und Jogi Löw weiter in ihrem Ämtern bleiben dürften, Özil nachträglich zum alleinigen Sündenbock für das frühe WM-Aus machen.

Das sehen nicht einmal nur Freunde, Fans und Unterstützer Özils so. Sogar Nutzer, die sich als eigentlich kritisch gegenüber Özil zu erkennen geben, können den Aussagen Bierhoffs nichts abgewinnen. 

Auch sportliche Bedenken werden geäußert: Dadurch, dass Bierhoff sich nun so kritisch über Özil äußere, nehme er Bundestrainer Löw die Chance, weiterhin mit Özil zu planen. 

Am Ende kommen viele Nutzer zum selben Schluss: Man müsse weniger darüber nachdenken, ob man auf Özil verzichtet – und mehr darüber, wann Bierhoff selbst endlich geht.

Nach all der Kritik sieht sich Bierhoff nun wohl in der Pflicht, das Ganze noch einmal klarzustellen. Zumindest wird er heute um 18 Uhr im ZDF ein weiteres Interview geben. Twitter wartet gespannt. 

lath

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