Wasser zum Snacken?

Foto: Skipping Rock Lab

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Gekauft, ausgetrunken und weggeworfen: Plastikflaschen sind ein ökologischer Albtraum. Obwohl die PET-Flasche von vielen als Recycling-Gewinner hochgehalten wird, bleibt ihre Kohlenstoffdioxid-Bilanz  furchteinflößend. Viele der Flaschen landen in den Weltmeeren und verschmutzen Lebensräume. Wer etwas für den Klimaschutz tun will, zeigt der Plastikflasche also die rote Karte. Leichter gesagt, als getan: Die bisherigen Alternativen sind vielen Verbrauchern unpraktisch. Trinkflaschen aus Glas oder Metall sind schwer, nur wenige wollen die den ganzen Tag mit sich rumschleppen. Und vergisst man sie, muss man ja trotzdem im Supermarkt zum Plastik greifen. Was dann folgt: Gewissensbisse.

Ein Londoner Start-up will dem Plastikkonsum jetzt ein Ende setzen. Ihre Lösung: Eine daumengroße, essbare Wasserkugel. Die sogenannte „Ooho-Bubble“ rennt gerade durch die Sozialen Medien. Insbesondere Instagramer veröffentlichen im gefühlten Minutentakt schicke Bubble-Selfies oder Videos, in denen sie ihre ersten Selbstversuche wagen. Den Überraschungseffekt mit Freunden festhalten; sich die stylische Kugel gegenseitig in den Mund schieben und zerplatzen lassen.

„Skipping Rock Lab“ heißt das verantwortliche Start-up-Unternehmen aus London. Die „Ooho-Bubble“ ist ihr erstes Produkt, das laut eigenen Angaben bisher zahlreiche Test bestanden habe. Auch bei den Besuchern auf den Events, auf denen sie die Bubble bisher verteilt hätten, sei sie eher gut angekommen. Deswegen möchten sie jetzt in die maschinelle Produktion gehen. Erfunden haben das Ganze Jungköche in einer Molekularküche, die gelartige Hülle der Kugel wird dabei aus Braunalgen gewonnen. Wer sich für den genaueren Prozess interessiert, kann das hier nachlesen.

Mit der so entstandenen Membran können dann verschiedenste Flüssigkeiten umhüllt werden, auch Säfte wären zum Beispiel möglich. Allerdings ist die „Ooho-Bubble“ nur wenige Tage haltbar, sollte also schnell gegessen werden.

Die Erfinder schwören auf die Nachhaltigkeit ihres Produktes: Bei der Herstellung könnten sie die Kohelnstoffdioxid- Bilanz um das Fünffache reduzieren und neunmal weniger Energie verbrauchen. Die Produktion sei vergleichsweise günstig. Da die Gelhülle unschädlich ist, kann man sie problemlos verschlucken. Und falls einen die transparente Haut dann doch eher abschreckt, kann sie ohne schlechtes Gewissen in den Müll. In spätestens sechs Wochen verfallen die Überreste.

team photo

Das Team, das die "Ooho-Blase" erfunden hat.

Foto: Skipping Rock Lab

Die Einsatzorte in ihren Visionen: Hauptsächlich auf Sportveranstaltung und Events seien die Wasserkugeln besonders geignet – für den kleinen Durst zwischendurch. Neben Softdrinks und Alkohol sehen die Hersteller ihre Kugel auch in der Kosmetikindustrie.

Damit sie die maschinell-automatisierte Produktion gehen können, richteten sie eine Crowdtube-Plattform ein. Nur wenige Tage danach sammelt sie bereits 400.000 Pfund zusammen. Inzwischen werden sie von 950 Investoren unterstützt und konnten ihre Einnahmen bisher verdoppeln.

Dass die Ooho-Bubble umweltfreundlicher und hübscher, als die Plastikfalsche ist, steht außer Frage. Ob sie aber wirklich ihren Zweck erfüllt– den Durst zu löschen – wollten die zwei YouTuberinnen von Creapills wissen. Ihre Antwort: Die Menge reicht lediglich für einen kleinen Schluck aus. Um den großen Durst zu löschen, braucht man also viele Bubbles. Praktischer werden sie dadurch eher nicht. 

 

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