Die totale Mamamanie

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Text: Karina Lübke, Illustration: Alfons Kiefer c/o Claudia Schönhals Vorsicht! Das Betreten eines Zeitschriftenladens führt momentan leicht zu einer Schwangerschaft. Das ganze Regal nationaler und internationaler Presse ist vollgestopft mit Süßigkeiten, als sollten die ganzen Geschichten über Hollywoods Adel noch den letzten Frauen auf den Sprung zum Ei helfen: auf den Titeln Gwen Stefanie, Kate Hudson, Liv Tyler, Sarah Jessica Parker, Christina Aguilera und Victoria Beckham mit ihren coolen Söhnchen; Nicole Kidman, Katie Holmes, Nicole Richie und die erneut schwangere Jennifer Garner im Partnerlook mit puppigen Töchtern. Und täglich grüßt Angelina Jolie als heilige Übermutter einer multikulturellen Kinderkompanie von einem anderen Titelblatt. Nun zieht die Politik nach: In der Wahrnehmung der US-Öffentlichkeit scheint die Mutterschaft Sarah Palins, Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner, inzwischen derart heilig, dass sie als höchste, fast göttliche Stufe menschlicher Entwicklung intellektuelle Anforderungen einfach ersetzt.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

»Ihre größte Qualifikation scheint zu sein, dass sie keine Abtreibung hatte«, meinte Carol Fowler, Demokratin aus South Carolina, bitter über die Frau und fünffache Mutter, die bei McCains Alter und Gesundheitszustand realistische Chancen hat, statt der Schulterpolster-Feministin Hillary Clinton erste Präsidentin der USA zu werden. Sarah Palin, die Frontkämpferin für die Familie, weiß als Mutter eines behinderten Babys und einer schwangeren Teenagertochter, wie man harte Zeiten übersteht. Marina Rupp, Soziologin am Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg, beschreibt die Überzeugungskraft von Amerikas neuem Idol so: »Hillary Clinton hat sich fast ausschließlich über ihre nicht-mütterlichen Kompetenzen definiert. Palin dagegen entspricht dem Klischee der bürgerlichen US-Familie viel eher.« Den Rest der Geschichte kannst du bei den Kollegen vom SZ-Magazin lesen

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