»Ich will jetzt nicht über meine Fehler reden!«

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Von: Tobias Haberl und Jan Heidtmann (Interview); Niko Schmid-Burgk (Foto) 

SZ-Magazin: Herr Stoiber, dürfen wir Sie als Rentner bezeichnen?

Edmund Stoiber: Als Staatsangestellter geht man in Pension.

Einverstanden, Pension. Was war denn Ihr schönstes Erlebnis, seitdem Sie in Pension sind?

Dass ich über Weihnachten in den Skiurlaub fahren konnte, ohne mich nach der Klausurtagung in Kreuth richten zu müssen.

Und das unangenehmste?

Sie meinen: im Zusammenhang mit meinem Rücktritt als Ministerpräsident? Glauben Sie mir: Ich sitze nicht zu Hause und sage mir, Menschenskind, das ist aber jetzt unangenehm, dass ich nicht mehr Ministerpräsident bin.

Das glauben wir Ihnen nicht.

Lassen Sie es mich kurz erklären: In den Ämtern, in denen ich war, kann man weder Erfolgen noch Niederlagen lang hinterherhängen. Man muss die Disziplin aufbringen, strikt nach vorne zu schauen. Bei der Niederlage gegen Gerhard Schröder 2002 war es genauso, da ging es um 6000 Stimmen, von rund 50 Millionen Wahlberechtigten. Entweder man hadert da wochenlang mit sich, oder man geht zur Tagesordnung über. Ich habe immer Letzteres gemacht.

Disziplin ist das eine, die Empfindung das andere.

Ich weiß schon, viele haben mir nicht zugetraut, dass ich loslassen kann, aber ich hatte ja Zeit, mich auf den neuen Lebensabschnitt einzustellen.

Was meinen Sie damit?

Dass ich akzeptiere, dass ich jetzt nicht mehr Agierender bin. Ich interessiere mich natürlich für alles, was die CSU betrifft, bin involviert und fiebere mit, aber nach fast 30 Jahren in den höchsten Ämtern in Bayern genieße ich jetzt auch ein Stück persönlicher Freiheit. Ich habe bis zuletzt gearbeitet, gekämpft, gefightet, diskutiert, aber nach dem Schlusspfiff am 9. Oktober habe ich keine Leere gespürt. Im Gegenteil.

Ihr letztes Interview mit dem SZ-Magazin liegt fast auf den Tag genau zehn Jahre zurück. Damals haben Sie sehr von Ihrem Jugendfreund Bubi geschwärmt...

...den ich jetzt auf jeden Fall wieder öfter treffen möchte, im Frühjahr und Sommer wollen wir zusammen in die Berge, zum Wandern. Früher musste ich extrem präzise planen, um ein- oder zweimal im Jahr zu ihm nach Oberaudorf fahren zu können. Und dann waren die Besuche immer von der Frage beherrscht: Verpasse ich etwas Wichtiges? Habe ich überhaupt die Zeit, ihn zu treffen?

Das hört sich freudlos an.

Vielleicht. Aber wenn man nicht bereit ist, solche Dinge hintenanzustellen, darf man nicht Ministerpräsident werden.

Kann man diese Zeitökonomie, die bei Ihnen wahrscheinlich bis elf Uhr abends reichte...

...länger! Elf Uhr genügt nicht. Ich war immer verfügbar.

Kann man die eigentlich so einfach ablegen?

Die habe ich schon abgelegt. Ganz einfach deshalb, weil ich jetzt nicht mehr nachts um elf oder halb zwölf mit Angela Merkel, Franz Müntefering oder Peter Ramsauer telefonieren muss oder darf, je nachdem...

Den Rest des Interviews über Stoibers Lieblingsfilme und seine Zeit als starker Raucher findest du auf sz-magazin.de.

Was meinen Sie damit?

Dass ich akzeptiere, dass ich jetzt nicht mehr Agierender bin. Ich interessiere mich natürlich für alles, was die CSU betrifft, bin involviert und fiebere mit, aber nach fast 30 Jahren in den höchsten Ämtern in Bayern genieße ich jetzt auch ein Stück persönlicher Freiheit. Ich habe bis zuletzt gearbeitet, gekämpft, gefightet, diskutiert, aber nach dem Schlusspfiff am 9. Oktober habe ich keine Leere gespürt. Im Gegenteil.

 

Ihr letztes Interview mit dem SZ-Magazin liegt fast auf den Tag genau zehn Jahre zurück. Damals haben Sie sehr von Ihrem Jugendfreund Bubi geschwärmt...

...den ich jetzt auf jeden Fall wieder öfter treffen möchte, im Frühjahr und Sommer wollen wir zusammen in die Berge, zum Wandern. Früher musste ich extrem präzise planen, um ein- oder zweimal im Jahr zu ihm nach Oberaudorf fahren zu können. Und dann waren die Besuche immer von der Frage beherrscht: Verpasse ich etwas Wichtiges? Habe ich überhaupt die Zeit, ihn zu treffen?

 

Das hört sich freudlos an.

Vielleicht. Aber wenn man nicht bereit ist, solche Dinge hintenanzustellen, darf man nicht Ministerpräsident werden.

 

Kann man diese Zeitökonomie, die bei Ihnen wahrscheinlich bis elf Uhr abends reichte...

...länger! Elf Uhr genügt nicht. Ich war immer verfügbar.

 

Kann man die eigentlich so einfach ablegen?

Die habe ich schon abgelegt. Ganz einfach deshalb, weil ich jetzt nicht mehr nachts um elf oder halb zwölf mit Angela Merkel, Franz Müntefering oder Peter Ramsauer telefonieren muss oder darf, je nachdem...

 

Den Rest des Interviews über Stoibers Lieblingsfilme und seine Zeit als starker Raucher findest du auf sz-magazin.de.

 
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