Ente gut, alles gut

Ein schwerverletzter Enterich bekommt neue Beine - aus dem 3D-Drucker.

Der strenge Winter in Oshkosh, im US-Bundesstaat Wisconsin, war zu kalt für Enterich Phillip. Der Frost hatte sich durch seine Füße gefressen, sie absterben lassen. Zwar hatte ihn vor einigen Wochen eine ältere Dame namens Vicki Rabe-Harrison gefunden, ihn gefüttert und aufgepäppelt. Aber ohne Füße kein Schwimmen, kein Herumwatscheln, kein Entenleben. Es sah nicht gut aus für Phillip. „Wir waren kurz davor, ihn einschläfern zu lassen“, sagt Rabe-Harrison.

Aber Enterich Phillip hatte Glück, er lebt und hat jetzt neue Füße – aus dem 3D-Drucker. Und das kam so:

Die Dame Vicki Rabe-Harrison war im Internet zufällig auf ein Video von Jason Jischke gestoßen, einem Mittelschullehrer aus dem Ort, der mit seinen Schülern im Clip die 3D-Druck-Technik vorführt. Sie schrieb Jischke sofort eine Email, fragte ihn, ob er auch ein paar Füße für Ente Phillip drucken könnte. Für Jischke eine Selbstverständlichkeit. Er rief die Dame zurück, beruhigte sie: Ja, kein Problem. Phillip bekommt neue Füße. 

Jischke nahm NinjaFlex, ein besonders biegsames Material, und formte verschiedene Fuß-Designs. Phillip probierte alle an, eines passte, dann druckte der 3D-Drucker in 36 Stunden neue Füße für den Enterich. In Knallorange. 

 

Jetzt übt Phillip fleißig watscheln. Anfangs sah das noch ziemlich wackelig aus. Gar nicht so einfach, die Balance zu halten auf den neuen Tretern. Aber der Enterich mache schon Fortschritte, berichtet Rabe-Harrison. Bis er wieder ins Wasser kann, dauere es noch ein bisschen. Wenn Phillip wieder fit ist, wolle sie ihn in ein Tierasyl bringen, wo er mit anderen Enten in einem Teich um die Wette schwimmen kann.

 

Na dann. Ente gut. Alles gut. 

 

fie

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