Wie werdet ihr Angela Merkel in Erinnerung behalten?

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa; Bearbeitung: jetzt

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Am Mittwoch wird Olaf Scholz zum neuen Bundeskanzler gewählt — damit gehen 16 Jahre Amtszeit für Angela Merkel zu Ende. 16 Jahre! Das ist eine lange Zeit, auf die wir nun zurückblicken. Vergangene Woche haben wir als jetzt-Redaktion schon Merkel-Momente gesammelt, die wir selbst für besonders denkwürdig halten. Nun aber seid ihr dran: Wir waren deshalb in der Münchner Maxvorstadt und am Stachus unterwegs und haben euch gefragt, an welche Merkel-Momente ihr gerne zurückdenkt und was nach den vielen Jahren in Erinnerung bleibt.

Andre, 19, bleibt vor allem eine Begegnung zwischen Angela Merkel und Donald Trump im Kopf

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Foto: Kolja Haaf, Gracia Ndona

„Als Amerikaner muss ich immer lachen, wenn ich an folgende Szene zurückdenke: Im Weißen Haus haben sich Fotografen um Angela Merkel und unseren damaligen Präsidenten Donald Trump versammelt. Sie sitzen vor einem Kamin und werden gebeten, sich für den perfekten Schnappschuss die Hände zu reichen, doch Trump scheint sich zu weigern. Selbst nachdem Merkel die Aufforderung wiederholt, wird sie von ihm nur ignoriert. Sie bleibt aber souverän und lächelt stoisch in die Kameras. Ich finde diesen Moment besonders unterhaltsam, weil er Bände über die mangelnde soziale Kompetenz unseres ehemaligen Präsidenten spricht.“

Laura, 23, erinnert sich an die Corona-Ansprachen

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Foto: Kolja Haaf, Gracia Ndona

„Ob während der ‚Flüchtlingskrise‘ im Jahr 2015 oder als ich die Corona-Ansprachen vergangenes Jahr im Fernsehen verfolgt habe: Auf ihre typische Art hat Angela Merkel mit ruhiger Stimme, jedoch bestimmt, vermittelt, dass wir es zusammen aus den Krisen schaffen würden. Ich habe zwar schon gemerkt, dass sie gegen Ende ihrer Amtszeit müde war, vor allem als auch noch dieser Scheiß mit der Pandemie dazu gekommen ist. Trotzdem hat mir Merkel immer ein Gefühl von Sicherheit gegeben. Und sie hat als erste Frau an der Spitze vor gelebt, wie regiert werden kann.”

Blessing, 29, nennt Merkel ein Vorbild

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Foto: Kolja Haaf, Gracia Ndona

„Ich bin ein Schwarzer Mann in Deutschland und sage stolz, dass Angela Merkel unsere Mutter ist. Ein guter Mensch und eine ebenso inspirierende Politikerin, die trotz schwieriger Situationen einen kühlen Kopf bewahrt und Lösungen findet. Es ist nicht einfach in der Politik zu arbeiten, doch ich finde, dass sie immer ihr Bestes gegeben hat, um das Leben für alle zu vereinfachen. Sie hat sich für die Bürger als ihre Mitmenschen eingesetzt, so dass es keine Rolle gespielt hat, welche Hautfarbe ich habe. Das gefällt mir. Ich sehe in ihr ein Vorbild und hoffe von ihr gelernt zu haben.“

Christian, 32, erinnert sich an die Merkel-Raute

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Foto: Kolja Haaf, Gracia Ndona

„Wenn ich an Angela Merkel denke, dann fällt mir die legendäre Merkel-Raute ein. Das ist das einzige Phänomen und mediale Ereignis, das bei mir einen erwähnenswerten Eindruck hinterlassen hat. Erinnere ich mich an Merkels Amtszeit zurück, kommen in mir sonst nur gemischte Gefühle hoch. Denn oftmals ging es mit ihr an der Spitze nur schleppend voran. Doch gleichzeitig finde ich, dass sie außenpolitisch ein sehr starkes Auftreten hatte.“

Ina,19, und Anika,19, erinnern sich an ihre Kindheit

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Foto: Kolja Haaf, Gracia Ndona

„Einen Mann können wir uns als Bundeskanzler gar nicht vorstellen. Denn als Angela Merkel in das Amt kam, waren wir gerade zwei- oder dreijährige Kinder. Und für unsere Generation fühlt es sich daher so an, als wären wir nur mit einer Frau an der Macht aufgewachsen.  

Doch richtig in Erscheinung getreten ist Merkel für uns erst durch gesellschaftliche Schwierigkeiten, wie die Corona-Krise. Davor wussten wir zwar, dass es die Kanzlerin gibt, aber nicht, welche Rolle sie gespielt hat. Das ist bei uns nicht wirklich angekommen — zumindest empfinden wir es so. Das könnte natürlich daran liegen, dass wir davor die Nachrichten nicht wirklich verfolgt haben.“

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