Das ist… Chanyang Ju, Nordkoreanerin, der die Flucht gelang

Foto: Screenshot Youtube

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 Das ist…

… Chanyang Ju, 25, der mit sehr starken Nerven die Flucht aus Nordkorea gelang. Damit der Rest ihrer Familie fliehen konnte, blieb Chanyang mit siebzehn Jahren allein an der Grenze zurück. Sicherheitsbehörden erlaubten  ihrem Vater und ihrer Mutter den Grenzübertritt unter der Bedingung, dass Chanyang als „Pfand“ zurückblieb. Die junge Frau tauchte unter und schlug sich als Fabrikarbeiterin durch, während die Eltern in Südkorea ein neues Leben begannen. Erst drei Jahre später glückte ein erster Anruf über ein geschmuggeltes Handy nahe der chinesischen Grenze. 

Dann ging alles sehr schnell: Der Vater hatte einen Soldaten bestochen, der Chanyang bis an die Grenze begleitete. Die damals Neunzehnjährige schwamm durch den Tumen Fluss auf die andere Seite in die Freiheit, aber noch nicht in Sicherheit. Die Nachbarstaaten liefern Flüchtlinge aus Nordkorea an das Regime aus. Auch Chanyang wurde in Thailand inhaftiert und erst mehrere Monate später von einer NGO freigekauft. Jetzt tritt sie in Fernsehshows auf und berichtet über ihr Leben im restriktivsten Regime der Welt. 

Die kann…

… von einem Land erzählen, über das wir ansonsten nur sehr wenig wissen. Seit mehr als sechzig Jahren leben die Menschen in der Volksrepublik Nordkorea abgeschottet von der Außenwelt. Auch Chanyang hatte keine Vorstellung, wie die Welt „da draußen“ aussehen würde. Propagandafernsehen statt Internet. Ideologie, statt Smartphones. Um trotzdem an Nachrichten aus dem Ausland zu kommen, fingen ihre Eltern heimlich chinesische Radiosender ab. Hätte man sie erwischt, wären sie dafür ins Gefängnis gekommen.

Heute ist das auch das kaum noch möglich. 2014 baute Kim Jong-un das staatliche Abhörsystem soweit aus, dass Funksignale in der Grenzregion leichter auffindbar sind. Seitdem hat sich die Zahl der erfolgreichen Fluchten halbiert.

Die kommt…

… mit dem neuen Leben so langsam klar. Anfangs hatte sie einen heftigen Kulturschock: „Ich musste mir von meiner Familie erklären lassen, wie man ein U-Bahn Ticket benutzt. Im Supermarkt haben mich immer alle angestarrt, weil ich nicht wusste, was eine Kreditkarte ist“, erzählt sie in einem Interview. Überhaupt: ein Supermarkt! In Korea musste die Familie oft hungern. Chanyangs Mutter mischte getrocknete Blätter unter das Getreide, um es zu strecken. An Reis oder andere Grundnahrungsmittel war nicht zu denken. „Das alles kommt mir wie ein schlechter Traum vor“, sagt Chanyang heute.  

Die geht…

… mittlerweile in den südkoreanischen Fernsehshows ein und aus. Dort ist sie ein Star, eine von knapp 1000 Flüchtlingen, denen jährlich die Flucht gelingt. Mit ihrer eigenen Radioshow hofft sie, auch andere junge Menschen zu erreichen, die aus der Diktatur fliehen wollen. Vielleicht sitzen sie ja wie Chanyang und ihre Familie damals versteckt in der Küche ums Radio und hören verbotene Sender. 

Wir lernen daraus… 

… dass Smartphones Leben retten können. Der Schwarzmarkt mit chinesischen Handys, die in den Grenzregionen funktionieren, ist für Nordkoreaner die einzige Möglichkeit, Kontakt zu Verwandten im Ausland aufzunehmen. Der Besitz von Handys gilt als Hochverrat und wird mit Internierungshaft bestraft. Auch Chanyangs Vater schickte seiner Tochter regelmäßig Geld per Telefon. Mithilfe von Codewörtern planten die beiden dann auch die Flucht. Per Smartphone.       

Nur Google weiß…

… dass Chanyang sich kurz nach der Ankunft in Seoul verliebte und in diesem Jahr einen Südkoreaner heiratete. 

 

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