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Foto: privat

Das ist...

Simon Abeltshauser, 19, angehender Zimmermann aus Unterbuchen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in Oberbayern. Nicht weit entfernt liegt der Schafreuter (auch Schafreiter oder Scharfreuter genannt), der 2102 Meter hohe Berg, auf dem das Gipfelkreuz schon dreimal gefällt wurde. Das letzte hatte Simon mit Kollegen aus dem dritten Lehrjahr der Tölzer Berufsschule gezimmert.

Der kann...

…ziemlich gut mit Holz umgehen. Und weil er, wie die meisten Menschen in den bayrischen Alpen, auch gerne auf Berge klettert, hatte der Alpenverein die Schule um Hilfe gebeten. Simon und die anderen zimmerten und hobelten also in sieben Stunden ein stattliches Kreuz zusammen. Zuvor hatten schon einmal junge Burschen – allerdings von der „Identitären Bewegung“, Abteilung Bayern, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird – ein eher dürres Holzkreuz neu aufgestellt. Allerdings war es von so schlechter Qualität, dass der Alpenverein ein ordentliches Neues geplant hatte.

Der kommt...

…nicht drauf klar, dass das Kreuz, das er mit seinen Kollegen hergestellt hatte, auch noch umgeschlagen wurde. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich war ziemlich enttäuscht.“ Wer so etwas tun könnte? „Keine Ahnung. Vielleicht geht's ihm nur um die Aufmerksamkeit“, vermutet Simon im Gespräch mit jetzt.

Der geht...

…fest davon aus, dass im Frühjahr ein viertes Kreuz aufgestellt wird. Momentan sind die Bedingungen zu gefährlich, um ein 180 Kilogramm schweres Holzkreuz auf den Berg zu schleppen. 15 Mann waren beim dritten Kreuz nötig, um die 300 Meter von der obersten Seilbahnstation zum Gipfel per reiner Körperkraft zu schaffen. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Kreuz. Und dann werden sie, nach getaner Arbeit, wieder auf dem Gipfel gemeinsam das "Vater Unser" beten. 

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Foto: dpa

Wir lernen daraus...,

…dass gewisse gesellschaftliche Konflikte sich manchmal irrsinnige Ventile suchen. Wenn es denn jemand aus säkularem Eifer getan hat, weil er religiöse Symbole verabscheut. Oder dass in den bayerischen Alpen ein Irrer mit Axt und Säge herumklettert. Beides eher unheimlich.

 

Nur Google weiß...,

…dass Reinhold Messner, der Bergmensch schlechthin, Gipfelkreuze kritisch sieht. Er sagte zu dem Konflikt: „Das Kreuz ist das christliche Symbol schlechthin, dieses gehört meiner Meinung aber nicht auf einen Gipfel. Ich spreche nicht von Missbrauch, ich sage nur, man sollte die Berge nicht zu religiösen Zwecken möblieren.“ Aber: "Natürlich sollten bestehende Gipfelkreuze schon aus historischen Gründen stehen bleiben. Und ich würde niemals jemanden verteidigen, der Kreuze umhackt, das ist ja fast ein terroristischer Akt."

 

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