Das ist: Safiya Khalid, die erste somalische Immigrantin im Stadtrat von Lewiston

Ihr Wahlkampf machte Schlagzeilen – und nicht mal rassistische Trolle konnten die 23-Jährige aufhalten.
Von Magdalena Pulz

Dass sie erst 23 Jahre alt ist, ist nicht das einzige Besondere an Safiya Khalid.

Foto: Andree Kehn / AP

Das ist ...

... Safiya Khalid. Sie ist 23 Jahre alt und damit die jüngste Person, die in Lewiston, einer 36 000-Einwohner-Stadt in Maine am nördlichen Ende der US-Ostküste, je Stadträtin wurde. Und nicht nur das: Sie ist auch die erste somalische Immigrantin, die dieses Amt für sich gewinnen konnte. Dass sie schwarz und muslimisch ist, hat den Wahlkampf nicht leichter gemacht. Trotzdem: An die 70 Prozent der Stimmen in ihrem Bezirk gingen an die junge Demokratin.

Die kommt …

... aus Somalia. Im Alter von sieben Jahren flüchtete sie zusammen mit ihrer Familie in die USA, seit mehr als einem Jahrzehnt wohnt sie in Lewiston. In einem Interview mit CNN erzählte sie, wie dankbar sie ist, in den USA zu leben: „Ich bin, wer ich bin – nur wegen Lewiston.“

Die hält ...

... viel aus. Aber Khalid kennt auch ihre Grenzen. Ihr Wahlkampf machte in den USA Schlagzeilen, und zwar weit über die Region hinaus. Die junge Frau wurde in den sozialen Medien massiv angegriffen. Rassistische Trolle spamten die Facebook-Seite ihrer Kampagne zu und die Drohungen gegen Khalid waren so schlimm, dass das Sun Journal schrieb, dass sie „zu drastisch und unangebracht“ waren, um veröffentlicht zu werden. Außerdem wurden Lügen über ihre politische Agenda verbreitet, etwa, dass Khalid vorhabe, die Scharia in Lewiston einzuführen. „Es waren die hasserfülltesten und schlimmsten Kommentare, die ich je gesehen habe. Ehrlich gesagt habe ich es nicht ausgehalten“, erzählte sie. In der Woche vor der Wahl habe sie schließlich alle ihre Accounts zeitweise gelöscht.

Die gewinnt …

... ihren Angaben zufolge trotzdem, weil sie an über 1000 Türen geklopft hat – buchstäblich. Der Online-Negativ-Kampagne ihrer Gegner setzte Khalid einen persönlichen Wahlkampf entgegen und marschierte die Nachbarschaften ab. Ihre politische Agenda umfasst Themen wie billigeres Wohnen, Umweltverschmutzung und generell eine „frische Perspektive“.

Ihr Sieg war wichtig, weil …

... gerade Minderheiten in den USA auf der Entscheidungsebene unterrepräsentiert sind. In Lewiston und Maine generell leben Tausende somalische Migranten – in den öffentlichen Schulen ist Somalisch die meistgesprochene Fremdsprache. Diese Bevölkerungsgruppe wird nun nicht nur durch Khalid im Stadtrat repräsentiert, sondern hoffentlich auch durch ihre Vorreiterrolle inspiriert.

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