Das ist ... Olaf Gerhardt, Handy-Dealer der Nationalelf

Auch bei der EM.
Von Franziska Schwarz
Ilkay Gündogan und Olaf Gerhardt

Ilkay Gündogan und Olaf Gerhardt in dessen Büro in Essen.

Mobile World 24 / Essen

Das ist ...

... Olaf Gerhardt, 45 Jahre alt, gebürtiger Gelsenkirchner und Schalke-Fan - und VIP-Betreuer. Der gelernte Bürokaufmann wechselte 2005 in ein Telekommunikationsunternehmen in Essen. Heute versorgt er nach eigener Aussage etwa 260 Fußballer mit Smartphones samt Verträgen. 130 von ihnen spielen in der Bundesliga. Einige seiner kickenden Kunden zählt er zu seinen Kumpels: Ilkay Gündogan und Manuel Neuer etwa. 

Eine Zeitlang rüstete Gerhardt auch Schalke aus. Dass er das heute nicht mehr tut, findet er schade. Denn: "Privat ist Schalke meine Liebe", erklärt er am Telefon. 

Der kann ...

... offenbar geschickt Tarife kombinieren und das Vertrauen seiner Kunden gewinnen. Sein Laden heißt "Mobile World 24" und liegt an einer stark befahrenen Kreuzung, im Gebäude befindet sich noch ein Matratzenhändler und nebenan eine Tankstelle. 

Trotz wenig repräsentativer Lage organisierte Gerhardt 2006 dort eine Autogrammstunde von Rot-Weiß Essen. An diesem Tag lernte er eine Spielerbetreuerin kennen und über die wiederum Manuel Neuer. Durch Neuer kam Gerhardt in Kontakt mit der  U21-Mannschaft, in der einige Spieler gerade ein neues Smartphone brauchten. Bei der WM 2010 in Südafrika war sein Laden dann bereits Partnerausstatter des DFB – und die Nationalelf Kunde. "Das nahm so seinen Lauf", ist Gerhardts Erklärung dazu. "Wenn Sie zufrieden sind mit Ihrem Vertrag, dann sagen Sie das ja auch weiter."

Sein Job als VIP-Betreuer bedeutet vor allem eins: immer erreichbar sein.  

Gerhardts Handy läuft gerne mal heiß, auch nachts nimmt er notfalls Anrufe entgegen. Er fährt ins Stadion, um Vereinsspieler zu treffen, Kontakte zu pflegen und Sportler zu beraten. 

Mehr als normale Kunden müssen die Spieler dafür aber nicht zahlen. trotz Hausbesuchen und intensiver Betreuung. Warum eigentlich nicht? Mit der Frage "steche man eine Wunde auf", sagt Gerhardt, sinniert dann aber weiter, dass er es selbst ja auch nicht schätze, wenn jede Leistung berechnet werde. Denn: "Ich bin selbst ein anstrengender Kunde."

Der geht …

... demnächst nach Frankreich, um die deutsche Auswahl live zu sehen. Eigentlich wolle er am Dienstag unbedingt in Paris die Partie Deutschland gegen Nordirland sehen. "Falls es davor noch einen Anschlag gibt, fahren wir nicht."

 

Wir lernen daraus, …

... dass Fußballer vermutlich zu den Menschen gehören, die sich jedes Jahr das neueste Smartphone besorgen. Und dass sie dafür nicht mal in den Laden müssen. 

 

Nur Google weiß, …

... dass ein Blog mit dem wunderbar ruhrpöttischen Namen "besteseiswogibt" existiert. Das insofern mit Gerhardt zu tun hat, als da seine Stammeisdiele "Graziella" in Gelsenkirchen erwähnt wird, die auch von seinem Kumpel Gündogan frequentiert wird. 

 
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