Google entfernt saudische Tracking-App nicht aus Play Store

Mit der App Absher können Männer ihre Frauen überwachen. Google sieht darin keinen Regelverstoß.

Foto: Arno Burgi/dpa

Google hat entschieden, dass eine umstrittene App aus Saudi-Arabien weiterhin im Play Store verfügbar bleibt. Die App heißt Absher: Männer können damit bestimmen, wohin und wann ihre Frauen reisen dürfen.

14 Mitglieder des amerikanischen Kongresses hatten am 21. Februar einen Brief unterschrieben, in dem sie Apple und Google aufforderten, Absher aus ihren Stores zu nehmen. Die beiden Firmen versprachen daraufhin, die App zu prüfen.

Am Samstag kam die Antwort von Google: Die App verstoße nicht gegen die Richtlinien des Play Stores und würde deshalb weiter angeboten.

Absher ist eine Verwaltungsapp des Staates, mit der Saudis sich für Jobs bewerben, Verbrechen melden und sogar Knöllchen zahlen können. Google und Apple listen die App beide in der Kategorie „Productivity“. Allerdings ist sie auch eine Maschine zur Unterdrückung der Frau: Zu den Funktionen der App gehört, dass Männer ihre Frauen tracken können. Sie können sehen, ob sie gerade eine Grenze passieren oder am Flughafen einchecken.

Saudi-Araberinnen versuchen immer wieder vor der Unterdrückung in ihrem Land zu fliehen. Sie flüchten vor Zwangsheirat, vor Gewalt in der Beziehung oder in der Familie. Das kann ziemlich gefährlich werden, falls die Frauen erwischt werden. Sie dürfen nur mit Genehmigung eines männlichen Vormundes verreisen. In der App kann der Mann entscheiden, ob seine Frau ausreisen darf und falls ja, wann und wohin. Benutzt die Frau ihren Pass, sei es an einem Grenzübergang oder Flughafen, bekommt der Vormund eine Nachricht.

Apple hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob es die App entfernen wird oder nicht.

merw