Dieser Künstler macht aus Müll und Schrott riesige Tier-Skulpturen

Mit seinen „Big Trash Animals“ macht Streetart-Künstler Bordalo II auf unser Müll-Problem aufmerksam.

Von weitem sehen die Kunst-Installationen des portugiesischen Künstlers Bordalo II aus wie riesige Graffiti von Tieren. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man in den Tier-Skulpturen aber alte Autoreifen, verbogene Stoßstangen oder verbrannte Mülltonnen. Sie entstehen aus dem Material, das der Streetart-Künstler vor Ort findet – aus Müll, Schrott und Plastik, das in verlassenen Fabrikgeländen oder auf Schrottplätzen keine Verwendung mehr findet. „Die Idee ist, die Natur selbst, in diesem Fall Tiere, darzustellen – und das mit Materialien, die für ihren Untergang verantwortlich sind“, schreibt er auf seiner Webseite.

Bordalo arbeitet mit genau den Materialien, die die Tiere gefährden, die er daraus erschafft. Er gibt dem Schrott, den er findet, einen letzten Sinn – nämlich den, auf die unüberlegte Müllproduktion, die Umweltverschmutzung und die Konsequenzen, die das für unseren Planeten hat, aufmerksam zu machen. Denn oft sind es Tiere, die unter dem mangelnden Umweltbewusstsein der Menschen am meisten leiden.

Zu Beginn seines Projekts bildete der Künstler fast nur heimische Tierarten ab, um die lokale Bevölkerung in Portugal direkt mit dem Problem zu konfrontieren. Inzwischen stellt er weltweit in Ausstellungen und auf Festivals aus – das hat auch Einfluss auf seine Kunst. Jüngere Werke von ihm zeigen auch mal Elefanten, Tiger, Pinguine oder Pandas.

Kritik an der Gesellschaft übt der Künstler und Aktivist aber nicht nur mit „Big Trash Animals“, sondern auch in anderen Kunst-Reihen. In „World Gone Crazy“ zum Beispiel geht es um die moderne Konsumgesellschaft – dafür hat er ebenfalls aus Müll verschiedene Alltags-Szenarien in kleinen Installationen nachgebaut.

val