Ein gigantischer Plastikwal erinnert an Müll im Meer

Er besteht nämlich selbst aus Teilen, die zuvor im Ozean umhertrieben.

Ein Wal aus Plastik in Brügge.

Foto: John Thys/AFP

Im Urlaub schwimmt eine Plastiktüte an einem vorbei, eine Freundin geht auf eine Demo gegen „Meer Müll“, unzählige Artikel mahnen: Todesfalle Plastik – unsere Meere ersticken , Plastikmüll erreicht tiefsten Punkt der Meere, Warum der Plastikmüll in den Meeren uns alle angeht  – und trotzdem vergisst man den Kunststoff im Salzwasser schnell wieder. Das Architektur- und Designbüro New Yorker Sudiokca will nun nachdrücklicher daran erinnern: mit einem zehn Meter hohen und fünf Tonnen schweren Wal.

Für die Triennale im belgischen Brügge, die in diesem Jahr das Motto „Liquid City“ trägt, also flüssige Stadt, haben die Architekten Lesley Chang und Jason Klimoski etwas machen wollen, das mit der „größten flüssigen Stadt auf dem Planeten“ zu tun hat – dem Meer. Schließlich kamen sie auf die Idee, innerhalb von vier Monaten so viele Strände wie nur möglich von Müll zu befreien und „daraus einen Skyscraper zu bauen“. All das berichtet Jason auf der Kickstarter-Seite für das Projekt, mit der sie 15.000 Dollar sammeln wollten, um das Projekt fertig stellen zu können. Am Ende bekamen sie mehr als 17.000 Dollar. 

Unter "Skyscraper – der Wal von Brügge" wird die Skulptur nun auf der Triennale für Kunst und Architektur in der belgischen Stadt ausgestellt. Der Wal hebt sich dort imposant aus den Grachten und ermahnt den Betrachter damit nachdrücklich, die Plastikverschmutzung wahrzunehmen und dabei auch das eigene Wegwerfverhalten zu überdenken. „Fast 8 Millionen Tonnen Plastik geraten jedes Jahr in die Meere. Sie gefährden und töten Meereslebewesen“, sagt Jason im Kickstarter-Video.

Der Wal ist nicht die erste Plastik-Skulptur, die Lesley und Jason mit ihrem Architekturbüro gebaut haben. 2014 bildeten sie aus Plastikflaschen eine begehbare Wolke. Es waren genau 53.780 Stück – so viele, wie in New York City in 60 Minuten in die Tonne gekloppt werden.

Bei der Triennale, die noch bis zum 16. September läuft, haben sie nun die Chance, mehr Publikum als damals auf Governor’s Island in New York zu erreichen. „Zur Triennale werden zwei bis drei Millionen Menschen erwartet“, erzählt Jason, „ich hoffe sie lernen dabei etwas über unser Konsumverhalten“.

flpf

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