Hunderttausende fordern, dass Pornhub abgeschaltet wird

Die Initiator*innen der Petition werfen der Plattform vor, mit sexuellem Missbrauch Profit zu machen.

Foto: jetzt

Der Vorwurf wiegt schwer: Die Initiator*innen einer Petition werfen Pornhub vor, nicht alle hochgeladenen Inhalte ausreichend zu kontrollieren und so auch durch sexuellen Missbrauch Profit  zu machen. Die Petition fordert deswegen, dass die Pornoplattform abgeschaltet und die Betreibenden zur Verantwortung gezogen werden. Mehr als 388 000 Menschen haben bereits unterzeichnet. Gestartet wurde die Petition von „Exodus Cry“ in den USA, einer Organisation, die sich für das Ende von Menschenhandel und die Unterstützung der Opfer einsetzt.

Die Urheber*innen der Petition werfen den Betreibenden von Pornhub, einer der größten kostenlosen Pornoseiten weltweit, vor, hochgeladene Inhalte nicht ausreichend zu kontrollieren. Im vergangenen Jahr gab es mehrere Fälle, in denen Videos Minderjährige, Vergewaltigung und Opfer von Menschenhandel zeigten. Unter anderem tauchte ein 15-jähriges vermisstes Mädchen in mehr als 50 Videos auf Pornhub auf. Die Initiator*innen der Petition werfen Pornhub vor, dass nicht geprüft werde, wie alt Personen in Videos sind und ob alle Handlungen wirklich freiwillig erfolgen.

Auf eine Anfrage von jetzt schreibt Pornhub, man unternehme alles, um illegale Inhalte zu bekämpfen. Die Plattform habe ein großes Team, welches manuell alle Uploads prüfe. Zudem nutze man spezielle Software, um Videos von Kindesmissbrauch zu erkennen und löschen und den erneuten Upload bereits gelöschter Inhalte zu verhindern.

Doch zahlreiche Fälle stehen diesem Statement entgegen. Der BBC erzählte eine junge Frau, wie schwierig es war, ein Video, das ihre Vergewaltigung zeigte, löschen zu lassen. 22 Frauen gewannen im vergangenen Jahr einen Rechtsstreit gegen die Firma „Girls do porn“, deren Inhalte auf Pornhub zu sehen sind. Die Klägerinnen warfen der Firma vor, dass die Videos nichts freiwillig entstanden waren. Pornhub löschte daraufhin die Videos der 22 Frauen.

Nicht nur Pornhub steht wegen fehlender Prüfung der Uploads in der Kritik. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass in Dixi-Toiletten und Duschen bei Festivals heimlich Spannervideos aufgenommen und auf der Plattform Xhamster hochgeladen worden waren. Auch hier wird offiziell streng gegen illegale Inhalte vorgegangen, trotzdem war der Account mit den Spannervideos tagelang online, bevor er gelöscht wurde.

Bleibt nur zu hoffen, dass der öffentliche Druck auf die Plattformen steigt und sie dazu zwingt, endlich Verantwortung zu übernehmen.

Anmerkung: Wir haben den Text am 10.3.2020 um eine Stellungnahme von Pornhub erweitert.

kste

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