Werbetafeln in Stockholm zeigen Informationen für Obdachlose an

So sollen sie bei eisigen Temperaturen den Weg in die nächste Notunterkunft finden.

CC OOHproject Homeless EN Odenplan

Die Winter in Schwedens Hauptstadt Stockholm sind kalt. Sehr kalt. So kalt, dass die Temperaturen auch in den nächsten 14 Tagen nicht über den Gefrierpunkt klettern sollen. Während sich Kinder und auch Erwachsene nichts sehnlicher wünschen als weiße Weihnacht, werden diese Temperaturen für Obdachlose schnell zum Überlebenskampf: Mindestens 2000 Menschen in Stockholm sind obdachlos, sie trotzen tagtäglich den eisigen Temperaturen, nicht wenige bezahlen dafür mit ihren Leben. Zum Vergleich: Allein in Deutschland sind in den letzten 25 Jahren mindestens 289 Obdachlose erfroren und dabei liegen unsere Durchschnittstemperaturen über denen in Stockholm.

Um dem entgegen zu wirken, arbeitet die Stadt Stockholm in Zusammenarbeit mit Kirchen, Initiativen und NGOs daran, obdachlosen Menschen in Not zu helfen. Es wurden gemeinsame Notunterkünfte errichtet, die öffnen, sobald die Temperaturen auf unter minus sieben Grad fallen. Damit Obdachlose allerdings auch die Chance haben von diesen Aufnahmeeinrichtungen zu erfahren, werden seit diesem Monat Werbeflächen der Stadt für einen guten Zweck mit überlebenswichtigen Informationen bespielt.

Sobald die Temperaturen unter minus sieben Grad fallen, erscheinen auf den rund 53 Werbeflächen des Werbeflächenanbieters „Clear Channel Sweden“ Wegbeschreibungen, Adresse und Öffnungszeiten der nächstgelegenen Notunterkunft. Hanna Belander, Creative Director von „Prime Weber Shandwick“, die im Auftrag von „Clear Channel Sweden“ dieses Pilotprojekt gestartet haben, erklärte im Interview mit „The Drum“ die Relevanz von Außenwerbung im Kampf gegen die eisigen Temperaturen.

Durch den Einsatz der digitalen Werbetafeln könne man schneller wichtige Informationen an eine Zielgruppe geben, die sonst schwer zu erreichen ist. Nicht zuletzt ist es ein gutes Gefühl, Informationen zu verbreiten, die Menschenleben retten können anstelle gebuchte Werbebanner und Anzeigen zu spielen, so Belander. Das Prinzip des Pilotprojekts soll, je nach Erfolg, womöglich auch in anderen europäischen Städten zum Einsatz kommen.

kael

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