Jevh Maravilla hatte es einfach satt. In der McDonalds-Filiale in Houston, in der der 21-jährige Student regelmäßig mit seinem Freund essen geht, hängen alle möglichen Werbeplakate mit glücklichen, lachenden Menschen. Aber: Keine der abgebildeten Personen hat asiatische Wurzeln, die meisten von ihnen sind weiß. Das ist jetzt anders. Denn Jevh und sein Freund Christian trafen kurz entschlossen eine Entscheidung. „Da war noch eine weiße Wand in dem Laden. Also sagte ich zu Christian: Sollen wir da nicht einfach ein Bild von uns hinhängen?“, erzählt der Student in einem Youtube-Video. Er wollte die Plakate diverser machen.

Die Freunde schossen ein Foto, das an eine typische McDonalds-Kampagne erinnert: Die beiden Jungs, lässig im T-Shirt, mit Rucksäcken und Caps, essen gehend Pommes und Burger – gut sichtbar in McDonalds-Verpackungen – lachen sich an und haben sichtlich Spaß. Die perfekten Models für die Fastfood-Kette. Dann folgte der zweite Schritt: das Plakat in der Filiale anbringen.

Die beiden kauften ein altes McDonalds T-Shirt im Secondhand-Laden, fälschten eine Mitarbeiterkarte und Jevh kostümierte sich als Angestellter. Ziemlich aufgeregt waren sie schon, erzählt der Student im Video, aber gemeinsam mit Freunden schafften sie es, das Poster unbeobachtet anzubringen. Mittlerweile hängt das Plakat schon länger als 50 Tage in der Filiale – scheint also ganz gut ins Konzept zu passen. „Menschen jeder Herkunft sollten in der Öffentlichkeit repräsentiert sein. Ich denke, ich habe meinen Teil dazu beigetragen“, sagt Jevh.

Jevh spielt in seinem Video auch auf den amerikanischen Film „Crazy Rich Asians“ an, der seit Ende August in den Kinos läuft. Der gesamte Cast hat asiatische Wurzeln. „Wie ihr vielleicht bemerkt habt, werden Asiaten in den Medien nicht besonders häufig repräsentiert. Vielleicht sehe ich eines Tages jemanden wie mich im Kino, auf Großleinwand“, sagt Jevh. In den Hauptrollen des Films sind Constance Wu (Fresh Off The Boat) und Henry Golding (The Travel Show) zu sehen. „Crazy Rich Asians“ erhielt dafür viel Lob, aber auch Kritik: So bemängelten einige, dass im Film vor allem Menschen aus Südost- und Ostasien geziegt werden, weniger aus Zentralasien.

soas

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